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Nach dem Finanzetat von 1864/7 waren für den Betrieb der Saline Wil
helmshall nachstehende Beamten vorgesehen I. Ein Salinenverwalter mit 1700 fl.
Besoldung und 150 fl. Kanzleikosten; ein Salinenkassierer mit 1300 fl. Besol
dung und 300 fl. Kanzleikosten; ein Salrnenverwaltnngs-Assistent ohne Staats
dienerrecht, mit 800 fl. Besoldung und 75 fl. Kanzleikosten; ein Buchhalter ohne
Staatsdienerrecht, mit 700 fl. Besoldung und ein Amtsdiener mit 300 fl. Be
soldung. Nach dem Hauptfinanzetat von 1870/73 standen der Kgl. Saline Wil
helmshall in der Leitung und Verwaltung folgende Personen vor:
Name. Besoldung.
Salinenverwalter Zinner 1600 fl.
Salinenverwaltungs-Assistent Dr. Warth 800 „
Daneben war der Steuerkontrolleur Faulhaber mit 200 fl. Besoldung tätig,
der teilweise die Buchhaltung mit versah. Die Salinen-Kassiererstelle war in
diesem Etat aufgehoben worden. Bei dem Buchhaltungsposten hatte man die eben
gekennzeichnete Ersparung dadurch gemacht, daß durch seine erfolgte Uebernahme
als Salzsteuerkontrolleur von der Zollkasse 700 fl. Gehalt bezahlt wurden.
Ebenso wurden von der Zollkasse 200 fl. für den Salinenverwalter Zinner seit
dem 1. Januar 1868 übernommen, da auch Zinner die Funktion eines Salz
steuerbeamten ausübte.
An größeren baulichen Veränderungen auf der Saline Wilhelmshall in den
1870er Jahren ist zu nennen die Schaffung eines neuen Gesieds im Siedehaus
Nr. 3. Die Baukosten beliefen sich auf 6651,07 fl. 2 ). Beim Besuch der Saline
durch den Verfasser iin April 1009 befanden sich 7 Siedepfannen im Betrieb,
die durchschnittlich eine Siedefläche von 76 qm besitzen. Für das Trocknen des
Salzes standen 7 Trockenpfannen zur Verfügung, von denen jede 170 qm Fläche
aufweist. Auch hier wird als Brennmaterial Ruhr-Steinkohle benutzt. Die Fa
brikation erstreckt sich auf Tafel-, Fein-, Mittelfein- und Grobsalz für Speise
zwecke, außerdem wird Vieh-, Gewerbe-, Dung-. und Badesalz erzeugt. Die Ver
packung des Salzes erfolgt in Inte-, Baummoll- und Wergsäcken. Die Pro
duktion in Sudsalz stellte sich in den letzten Jahren durchschnittlich auf 7000 t.
13. Kapitel.
Dir Kgl. württ. Saline Frirdrichsliall.
Die Saline Friedrichshall hat ihr geschichtliches Gegenstück in der nicht
weit entfernt liegenden Saline Clemenshall, welch letztere ihrer Gründungszeit
nach dem 18. Jahrhundert angehört. Stuf der 1757 durch den bekannten Sa-
linisten Borlach angelegten, danials Deutschmeisterschen Saline Clemenshall hatte
man im Jahre 1810 in einer Tiefe von 600 Fuß den Salzton erbohrt^). Dieses
geologische Ergebnis ließ die Vermutung nahe liegen, daß in der Umgegend die
gleiche geologische Formation anzutreffen war und so wurden im Jahre 1812
auf Veranlassung des Königs Friedrich von Württemberg entsprechende Bohr
versuche vorgenommen. Zn diesen Versuchen halte besonders der berühmte
Salinist Carl Christian von Langsdorf ermuntert. Die Bohrversuche selbst wur-
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg. Jahr 1866. II. Veil -Bd S 714
2) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg. Jahr 1875. II. Beil-'-Bd.' S. 316
3) von Alberti, Die Gebirge des Königreichs Württemberg. 1826. S. 166.