Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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aus  den  Vorwärmepfannen  in  den  Schlot  2 x / 2  Fuß  Breite  und  18  Fuß  Höhe
zeigte.  Das  Pfannenmaterial  bestand  aus  schmiedeeisernen  Blechen  von  2  Quadratfuß ­
  Umfang;  für  die  Zusammensetzung  dieser  Bleche  verwendete  man  gepreßte
eiserne  Nieten.  Die  Bleche  der  Sudpfanneu  besaßen  eine  Stärke  von  6  bis  7
Millimeter,  während  die  Blechstärke  der  Dampfpfannen  5  Millimeter  betrug.
Die  Flächengröße  der  Sudpfannen  umfaßte  100  qm;  die  der  Dampfpfannen
betrug  130  qm.  Die  Bordeisen  waren  18  Zoll  hoch,  die  Laabtiefe  betrug  14
Zoll  und  der  hölzerne  Dampfiuautel  besaß  4  Fuß  Höhe.  Diese  Abmessungen
gelten  sowohl  für  Sud-  wie  Dampfpfaunen.  Dieser  einen  dichten  Verschluß
bildende  Holzmantel  hing  in  eisernen  Stangen  an  der  Decke.  Als  Unterlagen
in  den  Dörren  oder  Borwärmepfannen  dienten  alte  Pfannenbleche;  bei  den
Dampfdörren  wurden  für  diesen  Zweck  auch  Kalksteinplatten  verwendet.  Die
Höhe  des  Rauchkamins  vom  Rost  gemessen  belief  sich  auf  etwa  35  m.  Die
lichten  Maste  zeigten  unten  1*/*  m  und  oben  3 / 4  m  Oeffnung.  Der  Dampfkamin ­
  besaß  13  m  Höhe;  lichte  Weite  unten  1  m,  oben  0,57  m  im  Quadrat.
Einer  künstlichen  Windpressung  unter  der  Feuerung  bediente  man  sich  nicht;  es
genügte  der  natürliche  Windzug.  Der  Konstruktion  der  Roste  nach  handelte  es
sich  um  Planroste.  Der  Pfannenmantel  diente  als  Abtraufkammer,  wobei  an
der  unteren  Längsseite  des  Mantels  aufrechtstehende  Läden  vorgelegt  wurden.
In  diese  wurde  das  abgeräumte  Salz  hineingeworfen,  wodurch  die  Abtraufsole
von  selbst  wieder  in  die  Pfanne  floß.  Die  Tagesleistung  der  Pfannen  stellte
sich  wie  folgt.  Auf  einem  Quadratmeter  Pfannenfläche  wurden  beim  Dampfsalz ­
  13,5  Pfd.  und  beim  Sudsalz  80,5  Pfd.  erzeugt,  was  einer  Tagesleistung
per  Pfanne  beim  Dampf  von  18  Ztr.  und  beim  Sud  von  75  Ztr.  entsprach.
Auf  den  Zentner  Kohle  berechnet  ergaben  sich  62  Pfd.  Dampfsalz  und  270  Pfd.
Sudsalz,  zusammen  332  Pfd.  Dieses  günstige  Ergebnis  beruhte  im  wesentlichen ­
  auf  dem  Dampfpfannenbetrieb.  Der  Kohlenverbrauch  dieser  Pfannen
stellte  sich  auf  40  Ztr.  täglich.  Die  Dauer  des  Sudes  währte  14  Tage.  Die
Temperatur  der  Gase  beim  Eintritt  von  der  Pfanne  in  den  Schlot  lag  zwischen ­
  80  o  und  100  o  Celsius.  Die  Temperatur  der  erwärmenden  Wasserdämpfe,
die  aus  der  Sudpfanne  in  die  Dampfpfanne  eintraten,  zeigte  65  °  bis  72  0
Celsius.  Während  die  Temperatur  der  Sole  in  den  Dampfpfannen  50  °  und.
die  des  Kondensationswassers  40  °  Celsius  betrug.
Im  Sudhaus  No.  3  standen  2  Sudpfannen  für  Landsalz  und  2  Sudpfannen ­
  für  mittelkörniges  Salz  im  Betrieb.  Das  Abräumen  der  Landsalzpfannen ­
  erfolgte  alle  24  Stunden,  bei  den  verbleibenden  zwei  Pfannen  alle  96
Stunden.  Im  übrigen  entsprach  die  technische  Anlage  vollständig  der  des  Sudhauses ­
  No.  2.  Im  Sudhaus  No.  4  wurde  ans  2  Feinsalzpfanndn  die  Herstellung ­
  des  feinsten  Salzes  bewirkt.  Diese  Feinsalzpfannen  besaßen  eine  Länge
von  8  m,  Breite  von  8  m,  mit  je  2  Feuerungen  und  einem  Gewölbe  über
dem  Rost.  Ein  Zentner  Kohle  ergab  einen  Salzertrag  von  225  bis  227  Pfd.
Die  Tagesproduktion  "  auf  den  Quadratmeter  Pfannenfläche  berechnet  stellte
sich  auf  150  bis  160  Pfd.;  per  Pfanne  machte  das  bei  6-maligem  Abräumen
112  Ztr.  Die  Fenerungskosten  für  einen  Zentner  Salz  beliefen  sich  auf  17  kr.
Die  Temperatur  der  Gase  beim  Austritt  von  der  Pfanne  in  den  Schlot  betrug
100  bis  106  "  Celsius.  Die  Suddauer  währte  30  bis  40  Tage.
In  dem  damals  erst  neu  erbauten  Sudhause  No.  5  stand  eine  Grobsalzpfanne ­
  von  133  qm  Fläche  im  Betrieb.  Die  Ausziehzeit  erfolgte  nach  96
            
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