Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

Aus  dieser  Uebersicht  geht  hervor,  daß  das  Faß  etwa  700  Pfund  Nettogewicht ­
  hatte.  Die  Preisgestaltung  pro  Faß  frei  den  verschiedenen  Lagerstätten ­
  Schaffhausen,  Brugg,  Luzern,  Ludwigshafen,  Rheinau,  Morgenthal  nahm
folgenden  Verlauf.  Im  Jahre  1824/25  war  ein  Faß  Kochsalz  zu  14,36  fl.,
1830/31  zu  14,00  fl.,  1834/35  zu  13,46  fl.,  1839/40  zu  13,34  fl.,  1841/42
zu  13,26  fl.,  1844/45  zu  12,4  fl.  und  1847/48  zu  11  fl.  35  kr.  zu  haben.  In
einem  Zeitraum  von  mehr  als  zwei  Jahrzehnten  war,  wie  schon  bemerkt,
hiernach  im  Salzhandel  mit  der  Schweiz  ein  stetig  sinkender  Salzpreis  zu  verzeichnen ­
  gewesen.
Der  Salzhandel  nach  der  Schweiz  vollzog  sich  auf  der  Grundlage  von
Lieferungsverträgen,  welche  Württemberg  mit  den  einzelnen  schweizerischen  Kantonen ­
  abschloß.  Von  württembergischer  Seite  war  für  diesen  Zweck  der  Hofrat
Herzog  von  Effingen,  wohnhaft  zu  Aarau,  als  Geschäftsführer  bestellt,  dem  eine
ebenso  umsichtige,  wie  geschickte  Behandlung  der  verschiedenen  Vertragsabschlüsse
nachgerühmt  wurde.  Der  Genannte  hat  dieses  Geschäft  für  Württemberg  vom
Beginn  des  Salzhandels  nach  der  Schweiz  an,  im  Jahre  1823,  versehen.  Daß
es  sich  hier  zum  Teil  um  recht  bedeutende  Salzlieferungen  handelte,  ergibt  sich
aus  der  nachstehend  mitgeteilten  Uebersicht  der  von  1836—47  mit  der  Schweiz
abgeschlossenen  Verträge*).
Verträge  der  Rgl.  wiirtt.  Salinen  über  Salzliesernngen  an  die  Schweiz.

Kanton.

Beginn  des

Ende  des

Abzuliefernde  Salzmenge ­
  per  Jahr.

Ablieserungs-Vertrages.



Vertrages.

Mit  Verpflichtung.


Ohne  Verpflichtung. ­


ort.

Faß.

Zentner.

Faß.

Zentner.

Aargau

1.  Jan.  1836

31.  Dez

1850

6500  45  500  4500

10  500

Brugg  und
Laufenburq

Thurgau

1.

„

1837

81.

„

1850

1100

7  700

200

1  400

Ludwiqshafen

St.  Gallen

1.

„

1837

31.

„

1848

2400

16  800

400

2  800

Ludwiashafen

Solothurn

I.

1841

31.

1850

—

10  000

—

5  000

Olten

Freiburg

1.

"

1841

81.

"

1850

—

10  000

—

10  000

Estaveyer  oder
Moral

Bern

1.

1843

31.

1852

—

35  000

—

20  000

Morqenthal

Uri  und  Zug

I.

1843

81.

u

1850

500

3  500

400

2  800

Sch  aff  Hausen

Schaffhausen

I.

„

1843

31.

„

1851

500

3  500

400

2  800

Schasfhausen

Schwyz
Unterwalden,  ob

1.

"

1844

31.

"

1851

800

5  600

800

2100

Schaffhausen

dem  Wald

1.

1844

81.

„

1850

800

2  100

200

1400

Luzern

Luzern

1.

1845

31.

1854

2700

18  900

1000

7  000

Brugg

Glarus

1.

1845

81.

1852

400

2  800

100

700

Viaesche

Zürich
Unterwalden,

I.

»

1846

31.

»

1853

—

40  000

—

10  000

Rheinau

nid  dein  Wald

1.

„

1847

31.

„

1851

300

2100

300

2100

Brugg

Der  Umfang  des  Württembergischen  Salzhandels  mit  den  schweizerischen
Kantonen  von  den  ersten  Jahrzehnten  des  19.  Jahrhunderts  bis  über  die  Mitte
desselben  hinaus  wird  am  deutlichsten  durch  die  Tatsache  illustriert,  daß  in  dem
Kvnigl.  Haus-  und  Staats-Archiv  zu  Stuttgart  sich  nicht  weniger  als  64  Handelsverträge ­
  befinden,  welche  Württemberg  mit  den  verschiedenen  Kantonen  der
1)  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  der  Abgeord.,  Jahr  1849.  II.  Beil.  Bd.
S.  180.
            
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