Full text : Die Kontrolle der Rechnungslegung (in der Privatwirtschaft)

Erster  Teil.
1.  Begriff  und  Wesen  der  Kontrolle.
Die  Einführung  des  „Betriebskapitals"  in  die  Einzelwirtschaft,
die  damit  bedingte  Zusammenballung  von  Kapitalien  und  nicht
zuletzt  die  Inanspruchnahme  des  Kredits  erforderten  Maßnahmen
und  Einrichtungen,  die  geeignet  sein  mußten,  einmal  dem  Wirtschaftenden ­
  die  Übersicht  über  die  ihm  zur  Verfügung  stehenden
Kraftfaktoren  zu  verschaffen,  zum  audern  dem  Gläubiger  bezw.
Gesellschafter  den  Nachweis  für  die  Rentabilität  und  den  Stand
des  Unternehmens,  die  sein  Interesse  begründeten,  zu  erbringen.
Die  Gesamtheit  dieser  Maßnahmen  und  Einrichtungen  bezeichnen ­
  wir  als  Kontrolle;  sie  hat  die  Möglichkeit,  wirtschaftliche
Werturteile  zahlenmäßig  darzustellen  und  systematisch  zu  verrechnen, ­
  zur  Voraussetzung.
Das  gedächtnismäßige  Einprägen  der  Wirkungen,  die  den
einzelnen  Wirtschaftssektoren  innewohnten,  wie  das  bei  einer
kleinen  Wirtschaft  möglich  war,  genügte  bald  nicht  mehr.
Wollte  man  eine  kontinuierliche,  planvolle,  über  den  eigenen
Bedarf  hinausgehende  und  auf  Erwerb  gerichtete  Wirtschaftsführung ­
  erstreben,  so  mußte  man  die  beim  Wirtschaften  gewonnenen ­
  Werturteile  klassifizieren,  die  Beziehungen  untereinander
herstellen:  sie  systematisch  verrechnen.
Seit  altersher  begegnen  wir  daher  Versuchen,  die  Resultate
des  Wirtschaftens  zu  zerlegen  und  in  ein  System  zu  bringen,
das  die  Beurteilung  des  Einflusses  der  einzelnen  wirtschaftlichen
Tatsachen  auf  die  ganze  Wirtschaftsentfaltung  zuließ.
Die  Anfänge  zu  Verrechnungssystemen,ft  wenn  wir  darunter
das  einfache  Aufschreiben  von  Geschäftsvorfällen  verstehen,  lassen
sich  bis  ins  graue  Altertum  verfolgen;  wir  begegnen  ihnen  bei
allen  handeltreibenden  Völkern  der  Antike  in  mehr  oder  minder

ft  Näheres  hierüber  bei  B.  Penndorf,  Geschichte  der  Buchhaltung,  Leipzig  1914.
Leider  erschien  die  wertvolle  Arbeit  erst  nach  der  Fertigstellung  nieiner  Arbeit.
            
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