Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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nannten  ausländischen  Schrottkäufer  dank  der  klugen
Zollpolitik  ihrer  Regierungen  gegenüber  den  Deutschen
stark  im  Vorteil  sind.  Sowohl  Oesterreich  wie  Italien
haben  ganz  geringe  Einfuhrzölle  auf  Schrott,  dagegen  sehr
hohe  auf  Fertigfabrikate,  die  aus  diesem  Material  hergestellt ­
  werden.  Dadurch  haben  die  Werke  in  den  genannten ­
  Ländern  hohe  Eisenpreise,  unter  deren  Schutz  sie  dem
deutschen  Erzeuger  mit  seinen  niedrigen  Erlöspreisen  den
fast  zollfrei  eingehenden  Schrott  wegziehen  können.  Das
ist  ihnen  um  so  leichter  möglich,  als  die  süddeutschen
Bahnverwaltungen  unbegreiflicherweise  den  außerdeutschen
Werken  den  Schrott  zu  einem  billigeren  Tonnenkilometersatz ­
  befördern  als  den  deutschen  (Transitfrachten).  Bei
solchen  Verhältnissen  wo  mit  Wettbewerb  von  allen  Seiten
gerechnet  werden  mußte,  war  das  bisher  meist  angewandte
System  ausgeschlossen,  nach  welchem  für  eine  gewisse
Zeitspanne,  etwa  für  ein  Vierteljahr  Richtpreise  für  die
verschiedenen  Schrottsorten  angegeben  werden.  Denn
solche  Richtpreise  geben  nur  dem  Wettbewerb  die  Möglichkeit, ­
  in  die  Karten  der  Einkaufsstelle  zu  sehen  und
ihr  das  Material  durch  ein  kleineres  Ueberbieten  wegzunehmen. ­
  Es  konnte  auch  nicht,  wie  wohl  sonst,  der
Hauptgewinn  der  Vereinigung  darin  liegen,  daß  man  auf
die  Schrottverkäufer  einen  Druck  ausübte,  in  dem  man
ihnen  die  Abnahme  solange  sperrte,  bis  die  Preise  einen
gewissen  Stand  erreicht  haben.  Oberster  Grundsatz  der
Organisation  war  vielmehr:  es  sind  nach  Möglichkeit  die
Vorteile  des  freien  mit  denen  des  gemeinschaftlichen  Einkaufs ­
  zu  verbinden  unter  Vermeidung  der  Nachteile  beider
Systeme.  Es  ist  deshalb  das  Verfahren  der  Richtpreise
wie  auch  jeder  lästige  Druck  auf  den  Schrotthandel  zu
vermeiden,  um  ihn  nicht  der  Konkurrenz  in  die  Arme  zu
treiben.  Dieses  Problem  wurde  auf  folgende  Weise-  gelöst; ­
  Die  beteiligten  Werke  reichten  zunächst  ein  Ver ­
            
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