Contents : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  I.  Staatsspeicher,  Staatskassen  und  Banken.

In  Oxyrhjnchos^  wird  die  römische  Staatskasse,  wie  im
Faijum  und  in  Hermupolis,  durch  das  Beiwort  òpiaocría  von  den
Banken  unterschieden,  doch  finden  sich  auch  Ausnahmen  (vgl.  die
nachfolgende  Liste  A).  Für  die  übrigen  Metropolen  fehlen  Zeugnisse.
Was  die  Dörfer  betrifft,  so  habe  ich  keine  Belegstelle  für
eine  dörfische  Staatskasse  ermitteln  können  2.  Die  für  einzelne
Dörfer  bezeugten  ipÚTreZai  sind  Banken  (vgl.  Abschn.  6).
Wenn  es  in  BGU.  1062,  16  (236  n.  Chr.)  aus  Oxyrhjnchos
heißt:  èm  Tf]V  toO  vopoO  òrmodíav  TpaTr[6]Z:av,  so  geht  daraus  hervor, ­
  daß  es  im  gesamten  Gaue  nur  eine  einzige  Staatskasse,
nämlich  in  der  Gauhauptstadt,  gegeben  hat.  Zu  derselben  Ansicht
führt  P.  Oxy.  YI  916,  6f.  (198  n.  Chr.):  TTacriujvi  [kJuí  peTÓx(oiç)
òr||i(ocríoiç)  TpaTT(eZ!ÍTaiç)  ’OE(upuTXÍ'fou).  Auch  P.  Teb.  II  580  (155
n.  Chr.)  spricht  dafür,  daß  es  Zweigstellen  der  Staatskasse  in  Dörfern
nicht  gab,  denn  es  zahlen  Leute  aus  Tebtynis  für  einen  Hauskauf
in  Tebtynis  die  Wertumsatzsteuer  laut  Quittung  eiç  rpv  èv  TTto-Xepaíòi
  EúepTéiiòi  TpáTr(eZ;av),  also  an  die  Staatskasse  der  Gauhauptstadt.
Wie  schwer  es  bisweilen  ist,  die  Staatskasse  von  einer  Bank
zu  unterscheiden,  zeigt  P.  Lend.  II  S.  117  Nr.  255  (136  n.  Chr.).
Die  Dorfältesten  von  Karanis  hatten  einen  gewissen  Horion  aus
ihrer  Mitte  mit  der  dem  Kollegium  der  Dorfältesten  zufallenden
Einziehung  von  Abgaben  beauftragt,  und  zwar  der  Biersteuer  {Iv-TTipá)
  und  des  qpópoç  irpoßaTuuv;  die  in  schlechtem  Griechisch  ihm
erteilte  Entlastung  nach  Beendigung  des  Geschäftes  lautet  3;
erri  (=  cTrei)  (TuvecTTáKajuév  ffoi  av6’  ujuil»[v]  (=  fipújv)  Trpa-KTopeúiv
  K(al)  xipi^iv  rpv  òe  (=  xe)  iuippav  K(ai)  cpópou
Trpoßdxuüv  K(a'i)  dWujv  eiòiêv  xfiç  aùxû.ç  KÚjpriÇ,  ércpaKiópeucraç
  K(ai)  èxípiffaç  |ué[x]pi  eing  Oaújcpi  prjvòç  xoO  ku
(êiouç)  Kçii  aÙTOû  ToO  Oaújqpi  [xjàç  pèv  Tf)ç  Zurnpâç  èiri
Tfiv  òripodíav  xparreZav,  làç  òè  loO  (pópou  xtêv  irpo-1

  P.  Oxy.  VI  916  (198  n.  Chr.),  Z.  6íí.  :  TTaaíuuvi  [K]al  peTÓx(oiç)  òri|n(oaíoiç)
  TpaTT(eZÍTaiç)  ’OE(upuYxÍTou),  dagegen  in  Z.  15  f.  :  TTaaíujv  ßa(Ji\iK(ö(;'>
TpaiT(eZÍTn<;).
*  Ob  die  in  P.  Grenf.  II  56,  17  (um  163  n.  Chr.)  erwähnte  éui  tóttujv
bripoaía  xpá-ireZa  nach  Bakchias  gehört,  woselbst  der  erste  Teil  des  Papyrus
geschrieben  worden  ist,  oder  nach  Arsinoe,  woselbst  der  zweite  Teil  geschrieben ­
  sein  könnte,  geht  aus  dem  Papyrus  nicht  mit  Sicherheit  hervor;
doch  zweifle  ich  nicht  daran,  daß  die  Staatskasse  in  Arsinoe  gemeint  ist.
®  vgl.  die  Berichtigungen  von  Wilcken,  Arcliiv  I  S.  149,  und  von  Grenfell ­
  und  Hunt,  Class.  Rev.  1898  S.  435.
            
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