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bleiblich, daß ihre Gegner alle nur eben möglichen Vorteile aus
dem neuen Wandel der Dinge zogen.
\ Ähnliches läßt sich auch von der Beziehung des Tarifs zu
den Monopolen sagen. Obwohl das Trust-Problem das Tarif-
1 Problem berührt, ist es doch keineswegs identisch mit ihm, auch
kann dieses Problem nicht durch Tarifgesetze gelöst werden.
Im Volke war man fest überzeugt, daß die Trusts an dem Tarif
eine Stütze hatten, wenn nicht von diesem geschaffen worden
sind. Daß der Tarif den Trusts eine solche Stütze verleiht, kann
demgegenüber zwar nicht geleugnet werden. Die Art, in der der
Tarif von 1909 behandelt wurde, — der auffällige Druck seitens
großer Korporationen, das Schauspiel der Zollmanipulationen auf
Verlangen der heimischen Produzenten — bestärkten den Ein
druck, daß die „Interessenten“ nach jener Richtung hin nach
einer Unterstützung ausschauten. Die Rolle jedoch, die das
Schutzsystem bei der Gründung und Erhaltung der Trusts spielte,
wurde zu hoch angeschlagen. Aber in der Beschuldigung, daß
die Trusts Vorteil durch den Tarif hatten, lag immerhin Wahrheit
genug, um sie als ein wirkungsvolles Kampfargument zu benutzen.
Unter dem Einflüsse dieser verschiedenen Ursachen wurden
die Republikaner in den Kongreß wählen von 1910 besiegt und bei
der Präsidentenwahl von 1912 völlig geschlagen. Zweifellos ist
ihre Niederlage zum größten Teil auf die Zersplitterung in ihren
eigenen Reihen zurückzuführen, die durch die Zählkandidatur des
Ex-Präsidenten Roosevelt und die Gründung der neuen Fort
schrittspartei eintrat. Aber auch ohne dies wäre es fraglich ge
wesen, ob die Republikaner in den Jahren 1910—1912 noch Aus
sicht auf Sieg gehabt hätten. Die Unzufriedenheit mit der Partei
und ihren Führern, die in den Kongreßwahlen von 1910 zutage
trat, hatte keine Abschwächung gezeigt. Der Tag der Demo
kraten brach an *).
*) Die Stärke der Parteien im Kongreß war:
). 61. Kongreß 1909—1911 (bei dem das Tarifgesetz von 1909
durchging):
Repräsentantenhaus: 214 Republikaner,
175 Demokraten.
Senat: 60 Republikaner,
32 Demokraten,