Full text : Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

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leitung  und  hergebrachte  Tradition  übten  einen  so  starken  Einfluß ­
  auf  die  demokratischen  Mitglieder  aus,  daß  sie  an  dem  von
der  Majorität  ihrer  Partei  einmal  angenommenen  Programm  festhielten. ­
  Der  Erfolg  wurde  durch  die  Haltung  der  Regierung  wirkungsvoll ­
  unterstützt.  Präsident  Wilson,  der  langsam  aber  fest
die  Zügel  in  die  Hand  genommen  hatte,  gewann  eine  solche  Macht
über  seine  Anhänger,  daß  es  Freund  und  Feind  in  Erstaunen  setzte.
Im  „Hause“  hatten  die  Demokraten  einen  tüchtigen  Führer  in  der
Person  Underwoods,  des  Vorsitzenden  der  Finanzkommission,  und
einen  ausgezeichneten  Parteiführer  in  dem  Präsidenten  der  Republik. ­

Bevor  wir  zu  den  Einzelheiten  des  Gesetzes  übergehen,  betrachten ­
  wir  noch  etwas  den  Charakter  der  Debatten  und  die
Grundsätze  der  Parteien.
Das  neue  Prinzip,  das  in  der  Hauptsache  von  den  Befürwor-\
  tern  des  neuen  Gesetzes  herstammt,  ist  das  eines  „W  e  11  b  e  -
werbs-Tarif  s“.  Bei  dem  Tarif  des  Jahres  1909  erklärten ­
  die  Republikaner,  nach  einem  ganz  anderen  Prinzip  zu
handeln,  nämlich  dem  Prinzip  des  „Ausgleichs  der
Erzeugungskosten“.  Von  diesen  zwei  Prinzipien  sind
die  zwei  Parteien  in  der  Tarif-Kontroverse  ausgegangen.
Die  Idee,  die  dem  „Ausgleich  der  Erzeugungskosten“  zugrunde ­
  gelegt  ist,  ist  die,  daß  es  dem  Erzeuger  einheimischer
Erzeugnisse  möglich  gemacht  werde,  mit  dem  Erzeuger  ausländischer ­
  Erzeugnisse  auf  gleicher  Basis  zu  konkurrieren.  Dies
scheint  aber  auch  im  wesentlichen  die  Idee  eines  „Wettbewerbs-Tarifs“
  zu  sein.  Allerdings  wird  in  den  Angaben  über  das  Prinzip
des  „Ausgleichs“  von  einem  „mäßigen  Verdienst“  des  einheimischen ­
  Erzeugers  gesprochen,  während  die  Demokraten  in  ihrer
Erklärung  über  den  „Wettbewerb-Tarif“  den  „mäßigen  Verdienst“ ­
  verhöhnten,  und  andeuteten,  der  Wettbewerb  müsse  derart
beschaffen  sein,  daß  die  Vorteile  des  Inländers  herabgesetzt  event.
einige  von  ihnen  sogar  ausgeschaltet  würden.  —  Aber  trotzdem
muß  ein  mäßiger  Vorteil  bei  normalen  Erzeugungskosten  in  Betracht ­
  genommen  werden,  obwohl  ein  solcher  bei  den  üblichen
Methoden  der  Kostenberechnung  nicht  Berücksichtigung  findet.
Ein  Wettbewerbs-Tarif  wäre  demnach  ein  Tarif,  unter  dem  der
einheimische  und  der  ausländische  Produzent  so  miteinander  kon ­
            
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