Object: Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

Nr. 2785 
Sicherheit bestellen, sowie der durch das Gesetz vor— 
geschriebenen Geschäftsformen sich bedienen und 
verden von der Behörde beaufsichtigt. Die handels— 
mäßigen Sorten (Srades) sind durch das Gesetz 
vorgeschrieben. Die vier obersten Klassen sind durch 
Stalut festgelegt und ändern sich nicht. Die niedri— 
geren handelsmäßigen commercial grades“, von 
denen es drei gibt, sind nicht spezifiziert, da sie von 
den besonderen Verhältnissen der Jahresernte ab— 
hängig sind. Sie werden in jedem Jahr von einem 
rain Standards Board besonders festgesetzt. Durch 
janz Kanada gilt das gleiche System der Klassi— 
sizierung. Maßgebend ist für die Gradierung, wie 
veit das Getreide Besatz aufweist, ob es gesund ist, 
ferner das Gewicht und die Mahlfähigkeit, für welch 
letztere der Grad der Härte entscheidend ist. Das 
Grain Standard Board wird bei der Feststellung der 
commorecial grades durch ein amtliches Labora— 
torium unterstützt, das auch die Mahl- und Back— 
ähigkeit des Weizens prüft und die besonderen 
Fragen untersucht, die sich aus den besonderen Ver— 
jältnissen der einzelnen Jahresernten ergeben. Die 
Verteilung der Ernte auf die einzelnen Qualitäts— 
assen schwankt insbesondere nach der Witterung zur 
Zeit der Einbringung. Bei weitem der größte Teil 
des auf den Markt gebrachten Getreides gehört 
jedoch den drei ersten der gesetzlichen Klassen an. 
Schon vor der Erlassung der Grain Act 1912 
hatte die Regierung von Manitoba den ständigen 
Klagen der Farmer über Benachteiligung durch die 
Elevatorgesellschaften dadurch Rechnung getragen, 
daß sie aus öffentlichen Mitteln Elevatorplantagen 
errichtete und in Betrieb setzte. Die Regierung zog 
sich jedoch bald von der Bewirtschaftung dieser Ele— 
vatoren zurück und überließ sie pachtweise an die 
Farmerorganisation von Manitoba, die die Anlagen 
als Grain Crowers Grain Co of Winnipeg betrieb 
Zu gleicher Zeit stellte die Regierung von Saskatche— 
wan zum Bau von Elevatoren Baugelder in der 
Höhe von 85 v. H. der gesamten Baukosten der 
Farmerorganisation von Saskatchewan zur Ver— 
sügung. Alberta folgte diesem Beispiel. Die drei 
Verkaufsgenossenschaften wurden bald in eine Firma, 
die „Onited Grain Crowers Limited“, vereinigt. 
Es entstand noch eine weitere große von Farmern 
zegründete genossenschaftliche Elevatorengesellschaft 
in Saskatchewan. Durch diese Gesellschaften erlang— 
ten die daran beteiligten Farmer einige Fühlung 
mit den Vorgängen auf dem Markte. Im übrigen 
— 
liches geändert. Um geschäftlich bestehen zu können, 
mußten die Farmergesellschaften Fachleute aus dem 
Getreidehandel als Leiter des Handelsbetriebes ge— 
winnen. Sie mußten ihren Beamten ebenso hohe 
Gehälter zahlen wie die Handelsgesellschaften. Die 
Direktoren neigten dazu, das Genossenschaftsprinzip 
nicht sehr in den Vordergrund treten zu lassen. Die 
Gesellschaften unterschieden sich von den gewöhn— 
lichen Handelsgesellschaften eigentlich nur dadurch, 
daß kein Teilhaber mehr als eine Stimme haben 
kounte. Vor allem begründete es für den Farmer 
keinen Unterschied, ob er sein Getreide an eine pri— 
date Handelsgesellschaft verkaufte. Der Preis richtete 
sich ünach dem Stand des Marktes zur Zeit des 
Faufabschlusses. Er hatte auf einem der in der 
Kreisbildung empfindlichsten Märkte zu verkaufen, 
in dem sich die Preise von Stunde zu Stunde 
inderten. Für die Wahl des Zeitpunktes zum Ver— 
auf hatte er sich auf sein eigenes Urteil zu ver— 
assen, für das ihm ausreichende Unterlagen fehlten. 
die Mehrheit der Farmer war ständig unzufrieden 
nit dem Preis, den sie für ihren Weizen bekamen. 
Zie empfanden das Vorwiegen des spekulativen 
charakters in der Preisbestimmung. Sie wußten, 
aß es einzelnen Spekulanten an der Getreidebörse 
n Winnipeg geglückt war, große Vermögen anzu— 
jäufen. Ihr Argwohn gegenüber den Methoden, 
iach welchen der Getreidehandel gehandhabt wurde, 
erhielt von Zeit zu Zeit neue Nahrung durch Ent— 
züllungen in den Tageblättern über die Praktiken 
inzelner Elevatorengesellschaften. In ihren Kreisen 
var vor Ausbruch des Krieges das Empfinden vor— 
hjerrschend, daß auch die Farmerverkaufsgenossen 
chaften noch keine befriedigende Lösung des Absatz- 
oroblems bildeten.) 
Nach einer Aufstellung vom Sommer 1926 war 
zu dieser Zeit der Bestand an Elevatoranlagen in 
Kanada folgender: 
Ele⸗ Fassungs⸗ 
vatoren vermögen 
Rushels 
Manitoba 
Country ... 
Manufacturing e.. .. 
Interior public terminal e. 
Privateee. 
Saskatchewan 
Country .. 
Interior public terminale. 
Private e..... 
Alberta 
Country ... .6 
Manufacturing e.. . 
Interior public terminal e. 
Private e.. 
681 
3 
2 
10 
20458 600 
895 000 
2000000 
1885000 
—B 
J. J J 
2438 
2 
3 
706 199 020 
7000000 
1288 000 
62* An 
1533 
35 496 000 
766 000 
2500000 
1616000 
40094 150080620 
948 
5 
1 
11 
British Columbia 
Country e... 
Manufacturing e. 
Public terminal e. 
Private e. .. 
Ontario 
Country e... 
Public terminal e. 
Privato o.. 
Public e. . 
Quebec 
Public e.. 
New Brunswick 
Publiee e. — 
Nova Scotia 
Public o. 
J 
74000 
30000 
1250000 
410000 
3 
1 
—19 
28 
4 
40000 
39775 000 
29385 000 
19850000 
12150 000 
1700000 
.. 020200000 
Insgesamt 4160 258 194 620 
so) Phe DEconomist vom 18. Februar 1026. Nr. 4808.
	        
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