Full text : Der Wald und seine Arbeiter

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Menschen  mit  ungeschickter  Hand  einen  Eingriff  in  die  Wälder  machten,-  folgten
die  Spuren  trostloser  Oedungen.
Nur  in  bezug  auf  die  gesundheitlichen  und  sonstiggff-WtÄtngUl/its^  der
Wald  Gemeingut  des  Volkes  geblieben.  Dem  Walde  wirb  setzn  Einfluß  auf  die
Luft-  und  Bodentemperatur  und  dem  Feuchtigkeitsgrad  dekAuft  zugeschrieben.
Ebenso  ist  von  großer  Bedeutung  die  Verteilung  der  di^erschlgge.  Unbestritten ­
  ist  die  wohltätige  Einwirkung  des  Waldes  auf  dm^VeflesAhrrn'g.  ides
Witterungsbodens,  indem  z.  B.  in  den  Sandebenen  der  Wald  MK  Bindeglied
darstellt,  oder  im  Hochgebirge  einen  Wall  bildet  gegen  Lawinen.  Die  ozonreiche ­
  Luft  des  Waldes  ist  ebenfalls  bekannt.  Die  Bäume  und  Sträucher  des
Waldes  wurden  zu  allen  Zeiten  hoch  geschätzt  wegen  ihrer  medizinischen  Eigenschaften. ­
  Nach  alten  Schriffftellern  soll  die  Eiche  in  der  Eichel,  in  den  Blättern,
in  der  Rinde  und  in  den  Galläpfeln  eine  bei  vielen  Krankheiten  verwendete
Heilkraft  haben.
Der  Chronist  Aventin  sagt:  „Die  Eiche  hat  verborgene  Kraft.  Besonders
helfen  die  Späne  einer  vom  Blitz  getroffenen  Eiche  /gegen  Zahnweh."  In
einem  Teil  Frankens  soll  heute  noch  dieser  Volksglaube  vorhanden  sein.
Die  alten  Germanen  wendeten  bei  Heilung  von  Krankheiten  allerlei  Sympathien ­
  an,,  so  auch  mit  der  Eiche,  die  das  Fieber  heilen  sollte.  Die  Vorschrift ­
  lautete:  Wenn  man  das  Fieber  hat,  muß  man  abends  in  den  Wald
gehen,  eine  Eiche  umgehen  und  dabei  sprechen:
Goden  Abend,  du  gude  Olle,
Ik  bringe  di  dat  warme  und  dat  kolle.
Eschensaft  ist  ausgepreßt  getrunken  und  auf  das  Geschwür  gelegt  gegen
Schlangenbiß  heilsam.  Die  Schlangen  meiden  den  Schatten  der  Esche.  Aus
eigener  Beobachtung,  sagt  Plinius,  kann  ich  versichern,  daß  eine  Schlange,
welche  man  mit  einem  Kreis  von  Eschenlaub  und  Feuer  umgeben  hat,  eher  in
das  Feuer  als  in  die  Eschenblätter  geht.
Die  Blätter  der  Buche  kaut  man  bei  Fehlern  des  Zahnfleisches.
Blätter,  Rinde  und  Zweige  der  Ulme  wirken  zusammenziehend  auf  Wunden.
Das  Harz  und  der  Terpentin  der  Nadelhölzer  wurden  bei  äußeren  Verletzungen
und  vielen  Krankheiten  innerlich  angewendet,  wie  noch  heute.
Vom  Schwarzdorn  erzählt  Rochholz,  daß  im  Volke  noch  der  Glaube  herrsche,
wie  ein  Stückchen,  an  sich  getragen,  vor  dem  Zahnweh  schütze  und  dieses  vertreibe. ­
  Die  erste  Dornenblüte  gelte  als  Fiebermittel.
Nach  gemeinem  Volksglauben  erweckt  der  Schlaf  unter  Hollundergebiisch
eine  gewisse  Sehergabe.
Vom  Efeu  sagt  Plinius,  daß  sich  die  Schweine  durch  Fressen  derselben
von  ihren  Krankheiten  heilen.
Die  Einwirkung  des  Waldes  auf  das  Seelen-  und  Gemütsleben  der  Menschen
zeigen  uns  die  Hunderte'  von  Volksliedern,  worin  der  Wald  besungen  wird.
            
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