Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Bedürfnis  und  lvert.

27,

Boden;  ihnen  gegenüber  verhält  sich  der  wirtschaftende  Mensch
gleichgültig,  er  braucht  sich  um  sie  nicht  zu  bemühen.  Der  bei
weitem  größte  Teil  aller  Güter  aber  ist  nicht  frei,  sondern  nur  in
beschränkter  Menge  vorhanden,  ünd  zwar  gilt  das  sowohl  von
solchen  Gütern,  die  zum  unmittelbaren  Genuß  bestimmt  sind,  wie
von  denen,  die  der  Produktion  dienen  (Werkzeuge,  Rohstoffe).
Die  Beschränktheit  des  Gütervorrats,  der  durch
den  verbrauch  immer  wieder  vermindert  wird,
bedingt  nun  die  eigentliche  Arrfgabe  des  Wirtschaftsmenschen; ­
  er  muß  unter  den  zu  konsumierenden
Gütern  wie  unter  den  zu  produzierenden  eine  Auswahl  treffen,
und  zwar  handelt  es  sich  dabei  sowohl  um  die  verschiedenen
Güterarten  wie  um  die  (Quantitäten  der  einzelnen  Güterart.
Dieses  Auswahlprinzip,  dieser  Maßstab  heißt  wert.  Pier  ist
einer  der  umstrittensten  Punkte  der  Wirtschaftstheorie,  wir
können  nur  auf  die  Pauptpunkte  dabei  eingehen;  die  Literatur
über  das  Wertproblem  ist  zu  reich,  um  hier  auch  nur  andeutungsweise ­
  nach  ollen  Richtungen  hin  charakterisiert  werden  zu  können.
wenn  ich  sage,  ein  Gut  habe  den  und  den  wert;  so  meine  ich
im  täglichen  Spracbgebrauch  den  preis.  Es  ist  aber  klar,  daß  ich
einen  Preis  nur  zahle,  weil  das  Gut  Eigenschaften  hat  oder  ich
sie  ihm  beilege,  welche  die  Zahlung  eines  Preises  rechtfertigen;
für  einen  wertlosen  Gegenstand  zahlt  man  nichts.  Der  wert
ist  also  eine  voraiwsetzung  des  Preises;  auch  solche  Gegenstanoe
haben  wert,  die  nicht  verkauft  werden  und  infolgedessen  auch
keinen  preis  haben,  wie  etwa  die  Aunstgegenstände  in  einem
staatlichen  Museum  oder  die  Erzeugnisse  eines  verkehrsfernen
Bauernhofes,  die  von  der  Bauernfamilie  selbst  aufgebraucht
werden.  ,  , r  ,
wo  steckt  nun  der  wert?  Die  Klassiker  gaben  zur  Antwort: ­
  in  den  Kosten  (wenn  sie  daneben  auch  andere  Erklärungen
«oben)  Dabei  sind  wieder  zwei  Richtungen  zu  verzeichnen.  Dw
eine  von  A  d  a  m  S  m  i  t  h  und  R  i  c  a  r  d  o  ausgehend,  setzt  den
wert  aleich  der  2lrbeit;  Karl  Marx  bildet  dann  diese  reme
2lrbeitswerttheorie  in  dein  Sinne  weiter,  daß  er  den  wert  nrcht
qleich  der  wirklick  auf  ein  Gut  verwendeten  Arbeit  setzt,  bte  ,a
bei  Ungesckick  des  Arbeiters  viel  zu  groß  fein  kann,  sondern  gleich
der  nach  dem  jeweiligen  Stande  der  Produktionsbedingungen  und
der  Technik  notwendigen  2lrbeitszeit.  Ricardo  verließ  spater
die  reine  Arbeitswerttheorie  und  berücksichtigte  auch  andere,  pro-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.