Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Preisbildung.

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ist  jedoch  nur  dann  der  Fall,  wenn  nicht  bereits  das  P  r  o  d  u  k  -
tionsopttmum  erreicht.  Es  gibt  durchwegs  eine  Grenze
der  Leistung,  die  nicht  überschritten  werden  kann,  sei  es  überhaupt ­
  nicht  oder  nicht,  ohne  daß  die  Rosten  noch  stärker  steigen.
Am  bekanntesten  ist  das  Gesetz  des  abnehmenden  Ertrages ­
  in  der  Landwirtschaft.  Von  einer  vorläufig  noch  nicht
erreichten,  aber  dem  einfachen  Nachdenken  einleuchtenden  Grenze
an  wird  sich  der  Boden  weigern,  seine  Erträge  weiter  zu  steigern,
schon  weil  der  Standraum  für  die  pflanzen  fehlt.  Dies  Gesetz
des  fallenden  Ertrages  wird  von  der  neueren  Theorie  mit  gutem
Grunde  auch  für  die  Industrie  behauptet;  so  läßt  sich  etwa  die
Tourenzahl  des  webstuhles  nicht  über  eine  bestimmte  Ziffer  in
der  Minute  steigern,  weil  dann  die  Zahl  der  Arbeiter  zur  Bedienung ­
  vermehrt  und  damit  die  Rosten  unproportional  gesteigert
würden.  Diese  Grenze  ist  freilich  in  der  Industrie  erst  in  seltenen
Fällen  erreicht,  die  Abnahme  kann  auch  Lurch  technische  Neuerungen ­
  überkompensiert  werden,  und  vor  allem  läßt  sich  in  der
Regel  noch  die  Zahl  der  Fabriken  vermehren.  Denkbar  ist  auch
hier  eine  Grenze,  wo  die  Beschaffung  des  Rohstoffes  nur  mit
steigenden  Rosten  sich  ermöglichen  läßt  oder  Arbeitskraft  und
Kapital  in  anderen  Gewerben  ökonomischer  zu  verwenden  sind.
Dieses  Produktionsoptimum  technischer  Natur  findet  ein  Seitcnstück
  in  dem  Optimum  der  Bedürfnisbefriedigung. ­
  Der  steigende  Preis  der  Arbeit,  die  Lobnerhöhungen,
haben  in  zahlreichen  Fällen  sowohl  in  primitiven  Zuständen  wie
in  denen  hochentwickelter  Volk-wirtschaft  nicht  zu  einer  höheren
Leistung  des  einzelnen  Arbeiters  geführt,  sondern  zu  einer  verminderten, ­
  also  einer  Senkung  des  Angebots,  weil  der  Arbeiter
nunmehr  in  weniger  Stunden  als  vorher  genug  für  seine  Bedürfnisse ­
  verdiente.
Das  Sinken  des  Preises  wirkt  nach  unserem  Schema  angebotsenkend. ­
  Es  kann  jedoch  vorkommen,  daß  eine  Produktion  aus
technischen  Gründen  „durchhaltcn"  muß,  so  der  Hochofen,  dessen
Ausblasen  ein  schwerer  Verlust  wäre,  so  die  Landwirtschaft,  die
ihren  Betrieb  durch  schlechte  wia  gute  Jahre  gleichmäßig  durchführen ­
  muß.  Trotz  sinkender  Nachfrage  bleibt  also  das  Angebot ­
  —  wenigstens  eine  Zeitlang  —  unvermindert.  Ja  es  kann
sogar  das  Umgekehrte  eintreten;  gerade  weil  die  preise  niedriger
sind,  produziert  Der  Einzelne  mehr  als  bisher,  um  den  Gewinnentg'ang
  am  Stück  durch  dm  Verkauf  einer  größeren  Anzahl
            
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