Full text : Zur Wertzollfrage

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gewichen  wird,  wie  die  finanziellen  Mittel  zur  Befriedigung ­
  dieser  Forderungen  aufgebracht  werden  sollen.
Die  Wertzollsrage  jetzt  schon  anzuschneiden,  erscheint
um  so  gebotener,  weil  ihre  praktische  Lösung,  wenn  sie
weittragende  Bedeutung  haben  soll,  im  Zusammen
hange  mit  den  bevorstehenden  Versuchen  zur  Ausgestaltung
unseres  Zolltarifes  erfolgen  mutzte.
Nicht  etwa,  datz  Deutschland  für  alle  Zukunft  der
weiteren  Erschließung  der  natürlichsten  Steuerquellen,  von
welchen  andere  Kulturnationen  ihre  Haupteinnahmen
ziehen,  entsagen  müßte.  Im  Gegenteile:  Keine  große
Kulturnation  besitzt  in  nur  annähernder  Weise  noch  so
riesenhafte  Reservesteuerobjekte  wie  Deutschland,  dessen  Bevölkerung ­
  5  Millarden  Mark*)  für  Alkohol  und  Tabak
im  Jahre  verausgabt  und  —  auch  nach  der  Finanzreform  —
an  Reich,  Staat  und  Kommune  hiervon  nur  etwa  650  Millionen ­
  Mark,  also  nur  13%  des  Wertes,  für  Zoll  und  Steuer
*)  Bergt.  Lissner,  Verbrauchswert  und  Besteuerung  des  Bieres.
Brantweins,  Tabaks  und  Weines  in  Deutschland,  Dezemberheft  1908
der  Zeitschrift  für  Soziatwissenschaft,  Leipzig  1908.  Dort  waren  für
das  Jahr  1908  4,6  Milliarden  Mark  berechnet.  Auch  wenn  angenommen ­
  würde,  daß  der  Konsum  seit  drei  Jahren
stehen  geblieben  ist  und  der  Preisaufschlag  der  Händler  und
Fabrikanten  sich  auf  die  wirklich  gezahlte  Steuer  beschränkt  hat  (was,
um  nur  ein  offenliegendes  Beispiel  zu  nennen,  beim  Biere  durchaus ­
  nicht  der  Fall  war),  ergeben  sich  obige  5  Milliarden  schon  durch  das
Mehr  von  ca.  250  Millionen  Mark  Steuern  sowie  den  beträchtlich  gestiegenen ­
  Verbrauchswert  von  Schaumwein  und  Zigaretten,  der  sich  zur
Zeit  auf  ca.  300  Millionen  Mark  stellt,  damals  aber  auf  nur  ca.
180  Millionen  Mark  berechnet  wurde.  Vgl.  hierzu  die  Fußnote  auf
S.  75.  dieser  Schrift.
            
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