Full text : Zur Wertzollfrage

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tikern  vertretenen  Satz  bestätigt,  daß  Zollfragen  nicht
grundsätzliche,  sondern  zeitliche,  zu  den  verschiedenen
Zeiten  die  verschiedenste  Beantwortung  erheischende  Fragen
sind.  Was  damals  Dogma  war,  ist  Irrlehre  in  einem
mächtigen,  geschlossenen  Handelsgebiete  wie  dem  des
Deutschen  Reiches,  dessen  zolltechnische  Erfahrungen  gereift ­
  sind  und  dessen  industrielle  Leistungsfähigkeit  andere
Schwierigkeiten  als  überwindliche  nicht  mehr  kennt.
Welche  Rolle  bei  dem  Festhalten  des  Zollvereins  an
der  Gewichts-  und  Stückverzollung,  unter  deren  Anwendung ­
  er  von  Fortschritt  zu  Fortschritt  gelangte,  die  Tradition, ­
  die  Scheu  vor  einer  arbeitsreichen  Verfeinerung
der  Verzollungstechnik  und  der  mit  der  Freude  am  Bewährten ­
  naturgemäß  stets  verbundene  Beharrungssinn
erfahrener  Beamter  gespielt  haben,  mag  ununtersucht
bleiben.  Dafür,  daß  auch  im  neuen  deutschen  Reiche
40  Jahre  fast  bis  zu  dem  klaren  und  entschiedenen ­
  Bruche  mit  einer  lieb  gewordener:  Tradition ­
  vergehen  mußten,  dafür  war  meines  Erachtens
entscheidend  der  für  die  ersten  Jahrzehnte  nach
der  Reichsgründung  mit  vielem  Recht  aufgestellte
Grundsatz,  daß  wir  für  Lurussteuern  nicht  reich  genug
seien  oder,  wohl  zutreffender  ausgedrückt,  daß  noch  ein
zu  geringer  Teil  der  deutschen  Bevölkerung  Lurus  treibe.
„Trüffeln  und  Equipagen,  was  können  sie  bringen?",
so  brachte  Bismarck  das  damalige  Dogma  zu  sinnfälligem ­
  Ausdruck.
Nur  zeitliche  Berechtigung  konnte  auch  dieses  Dogma
            
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