Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

Vorarbeiterl  für  ein  unumgänglich  notwendiges  staatliches  Eingreifen ­
  schon  längst  in  die  Land  genommen.  Es  gehört  zu  den  '
wichtigsten  Aufgaben  der  Äbergangswirtschaft.  *)  Maßgebend
muß  immer  sein,  die  starken  Einkommensteigerungen,  die
sich  im  Kriege  gebildet  haben  und  die  das  ganze  bisherige  Preisund
  Einkon'.mensystenr  ins  Wanken  gebracht  haben,  wieder  zurückzuschrauben ­
  und  das  künstliche  Aufrechterhalten  der  Hoheit  Preise
durch  die  Monopolbildungen  zu  hindern.
Aus  dem  angeführten  Grunde  ist  auch,  von  Ausnahmen  abgesehen, ­
  die  Schaffung  neuer  staatlicher  Monopole  zunächst
nicht  zweckinäßig,  wie  sie  die  sonst  sehr  vernünftigen  ffirairziellen
Forderungen  der  Sozialdemokratie  auf  ihrem  Würzburger  Parteitag ­
  arrs  einem  nuir  einmal  luwermeidlichenl  Doktrinismus  Heralls
empfehlen.  Erstens  bringt  die  Einführullg  neuer  staatlicher  Monopole
durch  hohe  Abfindllngerl  nur  neue  Vermögens-  und  Einkommensverschiebungen ­
  hervor,  die  preissteigernd  wirken.  Zweitens  aber
sind  auch  die  hohen  Preise,  die  der  Staat  dann  als  Monopolinhaber
  zu  finanziellen  Zwecken  festsetzen  muß,  volkswirtschaftlich  nachteilig.
  Nicht  durch  hohe  Preise,  sondern  durch  Verminderung ­
  imKriege  gestiegener  Einkommen  und  Vermöge»
muß  sich  der  Staat  die  Gelder  verschaffen,  die  er  zur
Erfüllung  seiner  Aufgaben  nach  dem  Kriege  gebraucht.
Das  ist  auch  ein  Gesichtspunkt,  der  in  der  bisherigen  großen  Literatur
über  diese  Frage  noch  nie  zuin  Ausdruck  gekommen  ist,  weil  man
eben  nur  mit  wiffeiffchaftlicher  wirtschaftstheoreüscher  Vertiefung
zu  ihni  gelangt,  und  ich  halte  diesen  Satz  für  eines  der  praktisch
wichtigsten  Ergebnisse  meiller  Wirtschaftstheorie.  Es  leuchtet  ein,
daß  es,  wenn  es  des  internationalen  Verkehrs  ivegen  nötig  ist,
daß  wir  ini  Inlands  möglichst  bald  wieder  zu  niedrigeren  Preisen
kommen,  nicht  angeht,  wichtige  staatliche  Monopole  ileu  einzuführen.
Der  Staat  kann  sich  lvahrscheinlich  auch  mit  zwecknläßig  ausgewählten ­
  Verbrauchssteuern  dieselbe  Einnahnle  verschaffeil,  muß
aber  dabei  private  Monopolbildungen  scharf  überwachen.
Vor  allem  aber  muß  er  alle  Einkommens-  und  Vermögens ­
  steigerungeil,  die  sich  während  des  Krieges  und  bald
nachher  vollzogen  haben,  energisch  heranziehen.  Da  ich  die
x )  Vgl.  dazu  die  in  Vorbereitung  befindliche  III.  Auflage  meines  Buches:
„Kartelle  und  Trusts  und  die  Weiterbildung  der  volkswirtschafrlichen
Organisation",  Stuttgart  1918.
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