Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

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kommensystem  haben  —  sie  können  sehr  verschieden  sein,  wir  werden
davon  später  sprechen—,  so  ist  doch  wiederum  über  die  Wirkungen
dieses  Vorgangs  aus  die  Wirtschaft  unseres  Anbieters  der  Genußgüter ­
  nichts  Einheitliches  zu  sagen.  Er  wird  versuchen,  entsprechend
seinen  gestiegenen  Kosten  höhere  Preise  durchzusehen.  Aber  ob
ihm  das  gelingt,  hängt  sowohl  von  seiner  Tauschstellung,  Monopol
oder  Konkurrenz,  als  auch  von  den  Bedürsniffen  der  Konsunienten
nb.  Dadurch  wird  bestimmt,  ob  diese  ohne  Einschränkung  ihres
Konsums  oder  mit  einer  solchen  mehr  zu  geben  geneigt  sind,  ob
also  unser  Anbieter  seine  Produktion  im  bisherigen  Amsange
wird  absetzen  können  oder  nicht  und  zu  welchen  Bedingungen.  Eine
einheitliche  „Theorie"  darüber  ist  nicht  möglich.
Spann  hat  die  Tatsache  des  Zusammenhangs  aller  Preise
richtig  erkannt,  aber  es  ist  verkehrt,  sie  au.s  die  Gütermengen  und  aus
den  Zustand  des  Naturaltauschs  rein  quantitativ  zu  übertragen.
Sein  Irrtum  spricht  sich  deutlich  aus,  wenn  er  (S.  28)  behauptet,
daß  der  Zusammenhang  aller  Preise  „der  Ausdruck  der  Verhältnismäßigkeit
  sämtlicher  Waren  nach  Vorräten,  Kosten  und  Begehrtheit ­
  sei  .  Denn  weder  dürsen  schon  Vorräte  als  gegeben
angenommen  werden,  noch  sind  die  aufzuwendenden  Kosten  und
ist  vor  allem  „Begehrtheit"  eine  gegebene  Größe.  Letztere  ist  unbegrenzt, ­
  wie  sie  aber  als  Nachfrage  zum  Ausdruck  kommt,
das  kann  man  nur  an  einer  allgemeinen  Kosteneinheit,  dem  Gelde,
erkennen,  von  dem  also  nicht  abstrahiert  werden  kann.  And  Vorräte ­
  und  Kosten  sind  auch  nicht  gegeben,  sondern  in  welchem  Amfange
  sie  beschafft  bzw.  aufgewendet  werden,  das  zu  entscheiden
ist  eben  die  wirtschaftliche  Ausgabe.  *)
Der  Satz  von  der  Preisverschiebung  im  Sinne  Spanns,  die
Behauptung,  daß  wenn  viele  Preise  steigen,  andere  fallen  müßten,
hat  also  für  den  Naturaltausch,  an  dem  Spann  ihn  exemplisiziert,
überhaupt  keine  Bedeutung.  Aber  man  kann  deswegen  nicht
sagen,  daß  er  vollkommen  falsch  sei.  Er  ist  richtig  oder  wäre  richtig
unter  einer  Voraussetzung,  die  Spann  nur  stillschweigend  macht.

*)  Wie  sehr  Spann  auch  bei  Betrachtung  des  Naturaltauschs  unbewußt ­
  rein  geldwirtschastliche  Erscheinungen  zugrunde  legt,  zeigt  unter
anderem  auch  folgender  Satz:  „Auch  beim  Naturaltausch  sind  die  Preise
nicht  Ausdruck  (?)  der  unmittelbar  ausgetauschten  Gütermengen  für  sich,
sondern  sie  sind  von  den  Gesamtaustauschverhältniffen  aller  Waren...  abhängig." ­
  Wo  ist  denn  der  Ausdruck?
            
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