fullscreen : Antike Wirtschaftsgeschichte

Berufsehre,  Sklaverei.

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waren  bereits  am  Ende  dieser  Epoche  jene  Anschauungen  über  die
Berufsehre  vorhanden,  wie  wir  sie  auch  in  der  neuzeitlichen  Entwicklung ­
  kennen.  Noch  mehr  näherten  sie  sich  in  der  nächsten  Periode
der  Gegenwart  an.
Zu  Anfang  dieser  Epoche  hat  die  Sklaverei  kaum  mehr  Bedeutung ­
  gehabt  als  in  der  vorhergehenden  (S.  29).  Den  Ackerbau ­
  betrieb  man  am  liebsten  mit  halbfreien  oder  freien  Knechten
und  Mägden,  die  nicht  schwer  zu  bekommen  waren,  sonst  hätten
damals  die  Bauern  ebenso  wie  heute  in  manchen  Gegenden  darauf
gesehen,  daß  die  „Menscher"  viel  Kinder  kriegen,  während  Hesiod,
der  freilich  aus  einer  vorwiegend  agrarischen  Gegend  stammte,  den
Rat  gab,  Knechte  und  Mägde  ohne  Kinder  zu  suchen  (Hesiod,
Werke  und  Tage  601  u.  602).  Der  Zug  zur  Stadt  war  damals
noch  nicht  aktuell.  Die  Sklavenarbeit  hat  auf  den  Landgütern
in  großem  Maßstab  überhaupt  erst  spät  Eingang  gefunden,  in
Massen  wurden  Sklaven  zunächst  im  Fabriks-  und  Bergwerksbetrieb ­
  verwendet,  in  letzterem  vor  allem  deswegen,  weil  es  sich
dort  um  die  widerwärtigste  Arbeit  handelte,  wenn  sich  auch  damals
freie  Männer  fanden,  die  sich  zu  dieser  Tätigkeit  gegen  Lohn  hergaben. ­
  In  den  Betrieben,  welche  eine  regelmäßige  mechanische
Tätigkeit  verlangten,  waren  Sklaven  häufig  brauchbarer  als  freie
Arbeiter,  besonders  wenn  sie  jenen  Grad  von  Stumpfsinn  besaßen,
der  Arbeiten,  die  im  Takt  ausgeführt  werden  mußten,  förderte.
Daneben  wurden  freilich  auch  Sklaven  verwendet,  die  eine  eigene
Ausbildung  genossen  hatten  und  nun  entsprechend  verwertet  werden
konnten.  Erleichterte  die  Zufuhr  auch  die  Verwendung  von  Sklaven, ­
  so  muß  man  immer  im  Auge  behalten,  daß  Sklavenarbeit
keineswegs  immer  billiger  war  als  die  Arbeit  freier  Leute.  Erkrankte ­
  der  freie  Arbeiter,  so  entließ  ihn  der  Herr  ohne  weiteres,
wie  auch  heute  vielfach;  starb  er,  so  war  das  dem  Herrn  völlig
gleichgültig,  ein  anderer  trat  an  seine  Stelle.  Die  Krankheit  des
Sklaven  bedeutete  aber  für  den  Herrn  einen  großen  Verlust  und
erst  recht  dessen  Tod.  Nur  dann,  wenn  innerhalb  der  durchschnittlichen ­
  Lebensdauer  des  Sklaven  sich  die  Anschaffuugssnmme  amortisierte, ­
  war  es  vorteilhafter,  Sklaven  zu  verwenden.  Da  nun  der
unverheiratete  Arbeiter  nicht  viel  mehr  als  feinen  notdürftigen
Lebensunterhalt  als  Lohn  erhielt  und  der  Herr  einen  geringeren
Schaden  von  dessen  Unterernährung  hatte  als  von  jener  des  Sklaven, ­
  so  waren  die  Auslagen  für  den  Sklaven  vielfach  nicht  sehr
viel  niedriger  als  für  den  freien  Arbeiter,  nur  der  freie  Arbeiter
            
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