Full text : Fortschritt und Armut

Buch  IV«

Materieller  Fortschritt  und  Verteilung.

umliegenden  Gegenden.  pat  jemand  etwas  zu  verkaufen,  so  ist  hier  der
Markt;  will  jemand  kaufen,  so  ist  hier  der  größte  und  ausgewählteste
Vorrat.  Pier  ist  die  geistige  Tätigkeit  in  einem  Brennpunkt  vereinigt,
und  hier  entspringt  jene  Anregung,  die  durch  das  Auseinanderplatzen
der  Geister  erzeugt  wird.  Pier  sind  die  großen  Bibliotheken,  die  Lagerplätze ­
  und  Speicher  des  Wissens,  die  gelehrten  Professoren,  die  berühmten
Spezialärzte,  Pier  sind  die  Museen,  die  Kunst-  und  Gemäldegallerien,
die  Sammlungen  wissenschaftlicher  Apparate  und  aller  seltenen,  wertvollen ­
  Dinge,  der  besten  ihrer  Art.  Pierher  kommen  die  großen  Schauspieler, ­
  Redner  und  Sänger  aus  der  ganzen  Welt.  Kurz,  hier  ist  ein
Mittelpunkt  des  menschlichen  Lebens  in  allen  seinen  verschiedenen
Kundgebungen.
So  enorm  sind  jetzt  die  Vorteile,  welche  dies  Land  für  die  Aufwendung ­
  von  Arbeit  bietet,  daß  man  anstatt  eines  Mannes,  der  mit
seinem  Pferdegespann  die  Acker  pflügt,  auf  einzelnen  Stellen  Tausende
von  Arbeitern  auf  den  Morgen  zählen  kann,  wie  sie  Reihe  an  Reihe
schaffen,  auf  Stockwerken,  die  sich  fünf-,  sechs-,  sieben-  und  achtfach  übereinander ­
  türmen,  während  unter  der  Oberfläche  der  Erde  Maschinen
stöhnen,  welche  die  Kraft  von  Tausenden  von  Pferden  entwickeln.
Alle  diese  Vorteile  haften  an  dem  Grund  und  Boden;  auf  diesem
Boden  und  keinem  anderen  können  sie  ausgenutzt  werden;  denn  hier
ist  der  Mittelpunkt  der  Bevölkerung,  der  Brennpunkt  der  Austausche,
der  Marktplatz  und  die  Werkstätte  der  höchsten  formen  des  Gewerbfleißes.
  Die  produktiven  Kräfte,  welche  die  Dichtigkeit  der  Bevölkerung
diesem  Boden  verliehen  hat,  sind  gleichwertig  mit  hundert-  und  tausendfacher ­
  Vervielfältigung  seiner  ursprünglichen  Fruchtbarkeit,  und  die
Grundrente,  welche  den  Unterschied  zwischen  seiner  vermehrten  Produktivität ­
  und  der  des  in  Benutzung  befindlichen  wenigst  produktiven  Landes
mißt,  hat  sich  entsprechend  erhöht.  Unser  Ansiedler,  oder  wer  in  seine
Rechte  auf  das  Land  getreten  ist,  ist  jetzt  ein  Millionär.  Gleich  einem
anderen  Rip  van  winkle  mag  er  sich  hingelegt  und  geschlafen  haben;
dennoch  ist  er  reich,  nicht  infolge  von  irgend  etwas,  das  er  getan  hätte,
sondern  durch  die  Zunahme  der  Bevölkerung.  Es  finden  sich  Plätze,
aus  denen  der  Besitzer  für  jeden  Fuß  Straßenfront  mehr  zieht,  als  ein
Pandwerker  verdienen  kann;  es  gibt  Plätze,  die  sich  für  mehr  Geld  verkaufen ­
  ließen,  als  ausreichen  würde,  um  sie  mit  Goldmünzen  zu  pflastern.
Zn  den  Pauptstraßen  türmen  sich  Gebäude  auf  von  Granit,  Marmor,
Eisen  und  Spiegelglas,  im  kostbarsten  Stile  vollendet  und  mit  jeder
erdenklichen  Bequemlichkeit  ausgestattet.  Dennoch  sind  sie  nicht  so  viel
wert  als  das  Land,  auf  dem  sie  stehen,  dasselbe  Land,  welches,  als  unser
erster  Ansiedler  hinauf  kam,  gar  keinen  wert  hatte.
Daß  dies  die  Art  und  Weise  ist,  auf  welche  die  Bevölkerungszunahnre
mächtig  auf  die  Erhöhung  der  Rente  wirkt,  kann  jeder,  der  in  einem
fortschreitenden  Lande  um  sich  blickt,  selbst  sehen.  Der  Prozeß  geht
unter  unseren  Augen  vor  sich.  Der  zunehmende  Unterschied  in  der
            
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