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Die Gerechtigkeit des Heilmittels.
Buch VII«
breiteren Schichten des Gewerbfleißes überall den Löhnen der Sklaverei
zustreben •—- gerade hoch genug, urn den Arbeiter in einem Zustande
zu erhalten, der ihn zur Arbeit befähigt. Denn der Besitz des
Landes, auf und von welchem ein Mensch leben muß, ist so gut wie der
Besitz des Menschen selbst, und wenn wir das Recht einiger Individuen
auf den ausschließlichen Besitz und Genuß der Erde anerkennen, verurteilen
wir andere Individuen zu einer so vollständigen Sklaverei,
als hätten wir sie tatsächlich zu Sklavenware gemacht.
In einer einfacheren Gesellschaftsform, wo die Produktion hauptsächlich
in der direkten Anwendung von Arbeit aus den Grund und Boden
besteht, tritt die Sklaverei, welche aus dem an einige verliehenen ausschließlichen
Besitzrecht auf den Boden, von dem alle leben sollen,
naturgemäß hervorgeht, als bfelotismus, Leibeigenschaft, Hörigkeit
klar zutage.
Der Sklavenbesitz hatte seinen Ursprung in der Fortführung von
Kriegsgefangenen, und obgleich derselbe bis zu einem gewissen Grade
in allen Teilen der Erde bestanden hat, so war sein Areal doch nur
klein und seine Wirkungen nur verschwindend im vergleich mit den
Formen der Sklaverei, die aus der Aneignung des Grund und Bodens
entstanden sind. Kein Volk als Ganzes war jemals Menschen seiner
eigenen Rasse als Sklavenbesitz unterworfen, noch ist je ein Volk in
großem Maßstabe durch Eroberung zu einer Sklaverei dieser Art erniedrigt
worden. Die allgemeine Unterwerfung der vielen unter die
wenigen, die wir überall antreffen, wo die Gesellschaft eine gewisse
Entwicklung erreicht hat, ist aus der Aneignung des Bodens als individuellen
Eigentums entstanden. Der Besitz des Bodens ist es, der
allenthalben den Besitz der darauf lebenden Menschen verleiht. Es ist
eine Sklaverei dieser Art, von welcher die der Zeit trotzenden Pyramiden
und kolossalen Monumente Agyptiens noch Zeugnis ablegen, und von
deren Einsetzung wir vielleicht eine unbestimmte Überlieferung haben
in der biblischen Geschichte von der Hungersnot, während welcher Pharao
die Ländereien des Volkes aufkaufte. Ls war Sklaverei dieser Art,
welcher im Zwielicht der Geschichte die Eroberer Griechenlands die
Ureinwohner der Halbinsel unterwarfen, indem sie sie dadurch zu Heloten
machten, da sie für ihren Boden Rente zu zahlen hatten. Es war die
Zunahme der Latifundien oder großen Güterkomplexe, was die Bevölkerung
des alten Italiens aus einem Geschlecht kräftiger Landleute,
deren rauhe Tugenden die Welt erobert hatten, in ein Geschlecht kriechender
Leibeigner verwandelte; es war die Aneignung des Landes als
absolutes Eigentum seitens ihrer Häuptlinge, welche nach und nach
die Abkommen der freien und gleichen gallischen, teutonischen und
hunnischen Krieger zu Kolonen und Hörigen machte und die unabhängigen
Freien der slawischen Dorfgemeinden in russische Leibeigene
und polnische Knechte verwandelte, welche den Feudalismus EhinaS
und Japans sowohl als Europas einsetzte und die Häuptlinge Poltz-