Full text : Wirtschaft als Leben

Über  die  „Grundbegriffe“  VI.

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soll  später  geschehen.  Dort  will  ich  dann  auch  den  Schlußstrich
ziehen  und  die  Ergebnisse  überschlagen.
Aber  grundsätzlich  genommen  dürfte  die  ganze  Sache  eigentlich
jetzt  schon  als  erledigt  gelten,  und  durchaus  im  Geiste  der  Vermutung, ­
  die  schon  die  früheren  Ergebnisse  zwingend  nahegelegt
hatten.  Auch  läßt  sich  jetzt  schon  der  Widerstreit  übersehen,  von
dem  dort  die  Sprache  war;  jener  Widerstreit  gegen  unsere  herkömmlichen ­
  Anschauungen,  dem  diese  Kritik  nun  einmal  nicht  ausweichen
darf  —  leider,  weil  er  die  Kritik  immer  wieder  zwingt,  doppelt  zu
nähen;  und  so  auch  hier.
Ansichten,  die  in  unseren  herkömmlichen  Anschauungen  einwurzeln, ­
  können  logisch  tot  sein,  und  gleichsam  psychologisch  trotzdem ­
  weiterleben:  als  Keime  von  Vorurteilen,  die  im  gegebenen  Augenblicke ­
  unser  Denken  ganz  so  in  ihrer  Gewalt  haben,  als  ob  sich  dieses
Denken  niemals  vor  ihrer  Widerlegung  gebeugt  hätte.  So  bleibt
nichts  übrig,  ich  muß  auch  hier  Vorbeugen  und  die  erledigte  Sache
erst  noch  näher  erörtern,  nach  allen  ihren  Wenn  und  Aber.
Anmerkung.  Diesen  ganzen  Ausführungen,  besonders  noch  den
folgenden,  muß  ich  in  einer  bestimmten  Hinsicht  den  Rücken  decken.  Es
stehen  hier  Dinge  zur  Erwägung,  die  sich  im  Werdegang  der  Nationalökonomie ­
  abspielen.  Für  sie  könnte  man  aus  der  nationalökonomischen
Aussagenwelt  bald  irgendwie  Belege,  bald  Nachweise  auf  dem  Wege  einer
Durchzählung  beibringen.  Aber  die  Belege  wären  eitel  Flitter,  wie  es  oben
angedeutet  worden;  und  auch  jener  Nachweise  ist  diese  Erörterung  überhoben,
w eil  ihnen  wieder  die  „Gemeine  Erfahrung“  vorgreift.
Andererseits  aber  kann  es  nicht  ausbleiben,  daß  man  diese  Ausführungen,
weil  sie  nun  einmal  den  Werdegang  der  Nationalökonomie  angehen,  dem
letzteren  gleichsam  zur  Begleitung  beidenkt.  Geschieht  es  nicht  gemäß
einzelner  Vorkommnisse,  dann  sicher  den  allgemeinen  Vorstellungen  nach,
hie  sich  darüber  niedergeschlagen  haben.  Nun  ist  gerade  auch  der  Werdegang ­
  der  Nationalökonomie  so  beschaffen,  daß  er  eine  unbequeme,  störende
Folie  für  Erwägungen  abgibt,  die  immer  das  grundsätzliche  Verhältnis  im
Auge  behalten  müssen,  gedacht  bei  „glattem“  Verlauf  der  Dinge.  Denn  im
tatsächlichen  Hergang  verschleiert  sich  dieses  grundsätzliche  Verhältnis  oft
bis  zur  Unkenntlichkeit!  Schuld  daran  ist  etwas,  das  man  wohl  als  Umwege
dieses  Werdeganges  bezeichnen  muß;  da  unser  Denken  einmal  so  anmaßend
tst,  an  die  Wirklichkeit  immer  schon  mit  einem  Schema  heranzutreten,  dem
stß  bei  Strafe  ihres  Tadels  zu  gehorchen  hätte.  Jene  tatsächlichen  Verhältnisse ­
  will  ich  nun  kurz  berühren;  nur  in  gröbsten  Zügen,  die  übrigens  noch
v ieles  andere  umfahren,  das  noch  nicht  in  den  Text  hineingehört,  seinem
Verständnis  aber  doch  frommen  könnte.
            
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