Full text : Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

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stehende  Material  bestätigt  werden,  aber  immerhin  auf  Annahmen
und  nicht  auf  exakt  statistischen  Angaben.  Uebrigens  sind  wir  imstande, ­
  die  erzielten  Resultate  mit  der  Wirklichkeit  zu  vergleichen.
Wir  haben  dabei  die  Arbeit  von  F.  A.  Schtjerbina  x )  über  Bauernbudgets ­
  im  Gouvernement  Woronesch  im  Auge.  Da  ein  Bauernhof ­
  im  Durchschnitte  11,3  Deßjätinen  Nadjelland  hat,  so  halten  wir
uns  bei  den  Angaben  von  Schtjerbina  an,  insofern  sie  Betriebe  mit
5  —15  Deßjätinen  Nadjelland  pro  Familie  betreffen.  Aus  den  Einnahmen ­
  ziehen  wir  diejenigen  aus  Heu-,  Stroh-  und  Spreu  verkauf
ab,  da  diese  Produkte  meistens  in  der  bäuerlichen  Wirtschaft  selbst
verbraucht  werden  und  nur  als  Betriebsmittel  dienen.  Ferner  sind
auszuschalten  die  Einnahmen  aus  Pachtzins  für  Nadjelland,  da
andere  Bauernfamilien  den  gleichen  Posten  als  Ausgabe  buchen
müssen;  desgleichen  die  Einnahmen  von  Gewerbe  und  Handel.
Aus  den  Einnahmen,  die  der  Viehverkauf  mit  sich  bringt,  haben
wir  die  Kaufkosten  abgezogen;  desgleichen  aus  den  Einnahmen
für  Getreideverkauf  den  Kaufpreis  vom  Samen.
Nach  diesen  unerläßlichen  Korrekturen  erhalten  wir  ein  Einkommen ­
  pro  Person  beiderlei  Geschlechts:
Vom  Ackerbau  18,80  Rubel
Von  der  Vieh-  und  Vogelzucht  .  .  10,75  »
Vom  Garten-  und  Gemüsebau  .  .  .  1,18  »
Zusammen  30,73  Rubel
Diese  Zahl  ist  kleiner  als  die  von  uns  gewonnene.  Man  soll
aber  dabei  nicht  vergessen,  daß  in  der  oben  angeführten  Einkommentabelle ­
  des  Woronescher  Bauern  der  Lohn  fehlt,  den  er
für  Dienstleistungen  beim  Gutsbesitzer  erhält.  Schtjerbina  behandelt
diese  Einnahme  in  der  gewerblichen  Rubrik  und  betrachtet  sie  somit ­
  als  eine  nicht  landwirtschaftliche  Quelle.  Der  Gewerbebetrieb
wirft  nach  den  Angaben  von  Schtjerbina  6,73  Rubel  pro  Person
beiderlei  Geschlechts  ab  Nach  unseren  Berechnungen  liefert  die
landwirtschaftliche  Lohnarbeit  2,89  Rubel  pro  Kopf.  Das  Durchschnittseinkommen ­
  eines  Woronescher  Bauern  aus  der  Landwirtschaft ­
  beträgt  folglich  33,62  Rubel.  Dies  ist  aber  fast  das  gleiche
Resultat,  zu  welchem  auch  wir  gelangt  sind.  Diese  Bestätigung
unserer  hypothetischen  Berechnungen  durch  die  Schtjerbinaschen
Angaben  verleiht  ihnen  einen  hohen  Grad  von  Wahrscheinlichkeit.
Genügt  dieses  Einkommen  für  die  bescheidene  Lebensführung
des  russischen  Bauern?

’)  F.  A.  Schtjerbina,  Bauernbudgets.  Woronesch  1900  (russisch).
            
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