Full text: Deutschlands chemische Industrie

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Zwischenprodukts, der Chloressigsäure, musste die 
Chlorfabrikation aufgenommen werden, die nach dem 
Griesheimer elektrolytischen Verfahren eingerichtet 
wurde. Welche Summen diese Anlagen verschlangen, 
ergibt sich daraus, dass bis zum Jahre 1900 in Ludwigs 
hafen 18 Millionen Mark für die Indigofabrik investiert 
wurden. 
Aber auch die Höchster Farbwerke hatten das 
Problem seit 20 Jahren bearbeitet, und kürze Zeit nach 
dem 1 Erfolge der Badischen Fabrik wurden auch diese 
Bemühungen von Erfolg gekrönt, indem man sich eine 
wichtige Beobachtung von J. Pfleger in der Deutschen 
Gold- und Silberscheideanstalt in Frankfurt a. M. zu 
nutze machte, wonach eine schon lange bekannte, vom 
Anilin ausgehende Indigobildung nach C. Heumann 
unter Anwendung von Natriumamid wesentlich bessere 
Ausbeuten lieferte als mit dem bis dahin bei der Phenyl 
glyzinschmelze verwendeten Alkali, dessen Wassergehalt 
schädlich wirkte. Man erkannte alsbald, dass man das 
wasserzersetzende metallische Natrium mit gleichem Er 
folge verwenden konnte. Da sich ausser dem Anilin auch 
die meisten übrigen Zwischenprodukte im offenen 
Markte befanden, bedurfte es hier keines grossen An 
lagekapitals, und schon im Jahre 1901 konnte man in 
Höchst mit der Fabrikation Von Indigo aus dem Anilin 
beginnen, das 75 Jahre zuvor, wie bereits erwähnt, 
von Otto Unverdorben durch Destillation von Indigo 
zum erstenmal dargestellt worden war. 
Als der deutsche Indigo 1897 auf den Markt kam, 
betrug die Weltproduktion von Pflanzenindigo 6 Mil 
lionen kg, auf lOOprozentige Ware gerechnet, im Werte 
von 80 Millionen Mark. Schon 1900 war diese! Produk 
tion stark 1 gesunken; sie ist jetzt auf ein Sechstel zurück-
	        
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