Full text: Die Frau und die Arbeit

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regulieren, weil von der absoluten Vollkommenheit ihrer 
Funktion die ganze Bewegung des Mechanismus abhängt. 
Auf den letzten Seiten des Buches endlich suchte ich 
einer, wie mir scheint, tiefen und oft übersehenen Wahr 
heit Ausdruck zu geben. Mit der langsam fortschreitenden 
Entwicklung der Menschheit und der menschlichen Gesell 
schaft aus ihrem gegenwärtigen barbarischen und halb 
barbarischen zu einem höheren Zustand auf dem Gebiet 
des Geschlechtslebens wird es sich immer deutlicher zei 
gen, daß neben und über der Funktion, den Strom des 
physischen Lebens zu erzeugen und weiter zu leiten (einer 
Funktion, die das Gattungsleben der Menschheit mit dem der 
niedrigsten Tiere und Pflanzenteilt, die aber selbst von bedeu 
tenden Denkern der Gegenwart als dessen einzig mögliche 
betrachtet zu werden scheint), das Geschlecht und die ge 
schlechtliche Verbindung von Mann und Frau, ganz ab 
gesehen von der physischen Fortpflanzung, auch ästhe 
tische, geistige und seelische Funktionen und Ziele besitzt. 
So vornehm die Aufgabe der physischen Fortpflanzung der 
Menschheit durch die Vereinigung von Mann und Frau 
an sich ist, so liegen in ihr, richtig besehen, noch andere 
höhere Formen schöpferischer Energie und lebenspen 
dender Kraft verborgen, deren Geschichte auf Erden kaum 
begonnen hat. So wie die erste wilde Rose, als sie an 
ihrem Stengel saß, mit ihrem Kreis von Staubfäden und 
Stempel und einem einzigen Wirtel blasser Blumenblätter 
erst ihren Lauf begonnen hatte und dazu bestimmt war, im 
Laufe der Zeiten Staubfaden um Staubfaden, Blatt um 
Blatt zu entwickeln, bis sie hunderte Formen der Freude 
und Schönheit annahm. 
Und es möchte fast scheinen, daß, während der Mann 
so oft auf anderen Wegen der Führende war, hier auf dem 
Wege zu höherem Geschlechtsleben auf Erden es viel 
leicht die Frau sein wird, die auf Grund jener selben ge 
schlechtlichen Bedingungen, die sie in der Vergangenheit
	        
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