2 Schreiner, Die Frau
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ein Ende; wir zogen uns in die Häuser zurück, wo die Zeit
langsamer vergeht und die Welt trauriger erscheint als
unter freiem Himmel; doch wir hatten unsere Arbeit und
wir waren zufrieden. Wenn wdr auch die Nahrung unse
res Volkes nicht mehr unter unseren Händen reifen sahen,
so bereiteten wir sie doch; wenn wir auch den Flachs und
den Hanf nicht immer mehr selbst pflanzten und vorrich
teten, so webten wir doch die Gewänder für die Unseren;
wenn wir auch die Wände unserer Häuser nicht mehr er
richteten, so bedeckten wir sie doch mit Teppichen, die
das Werk unserer Hände waren. Wir brauten das Bier,
kochten und verordneten die Heiltränke, die als Arzneien
dienten, und unter unseren Augen wuchsen die Kinder, die
wir geboren, heran von der Geburt bis zur Mannheit;
ihre Stimme konnte uns immer erreichen. Wir saßen
spinnend vor der Haustüre und blickten über die Felder
hin, die wir einst selbst bestellt hatten — und wir waren
zufrieden. Adlige, Bäuerinnen und Bürgersfrauen, wir alle
hatten unser Teil Arbeit zugemessen!
Hätte man vor tausend Jahren irgendeine Edeldame ge
fragt, ob sie nicht in den Kampf ziehen wolle oder im
Ratssaal Recht sprechen, oder neue Gesetze beraten wolle,
sie hätte sicher geantwortet: „Bin ich verrückt, daß man
solche Fragen an mich richtet? Habe ich nicht hundert
Mägde am Spinnrad und am Stickrahmen sitzen ? Muß ich
nicht mit eigenen Händen Hunderten meiner Leute das
Brot zuteilen? Geh in die große Halle und sieh dir die
Teppiche an, die ich in jahrelanger Arbeit mit meinen
Mägden geschaffen und an denen wir noch zwanzig Jahre
zu arbeiten haben, daß sie meinen Kindeskindern einst
Zeugnis ablegen von den großen Taten ihrer Vorväter.
Geh in meine Vorratskammer und sieh die Salben und
Heiltränke, die ich mit eigenen Händen bereitete, um
meine Leute und die Kranken der Umgebung zu heilen.
Es würde schlimm stehen, wenn die Männer heim kämen
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