Full text : Inflation und Geldentwertung

Inflation  und  Kriegsanleihe.

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über  einen  bestimmten  Betrag  hinaus  den  Darlehnsnehmern  über
Girokonto  der  Reichsbank  gutgeschrieben.  Wenn  die  Darlehnskassenscheine ­
  nicht  vorhanden  wären,  dann  hätten  entsprechend
mehr  Banknoten  ausgegeben  werden  müssen.  Entscheidend  ist
also  die  Summe  der  Darlehen,  die  auf  die  Pfandobjekte,  also
Kapitalstücke,  gefordert  und  gegeben  worden  sind.  Bis  zum  Umlauf ­
  der  Darlehnskassenscheine  fanden  sie  Raum  innerhalb  dieser
Umlaufsmenge.  Den  Darlehen  sind  aber  auch  die  Girogelder  der
Reichsbank  gegenüberzustellen.  Inwieweit  diese  ohne  Gefährdung
der  Zwecke,  denen  sie  zu  dienen  bestimmt  sind  (Reserven  der
Einzelwirtschaften)  mit  den  Darlehen  der  Darlehnskassen  kompensiert ­
  werden  könnten,  also  die  Darlehen  bei  den  Darlehnskassen
ermäßigen  könnten,  ist  von  außen  schwer  zu  beurteilen.
Was  dagegen  oben  (S.  19)  über  die  seit  der  politischen  Umwälzung ­
  eingetretene  Zunahme  der  Thesaurierung  von  Banknoten
und  ihr  Verhältnis  zur  Inflation  gesagt  worden  ist,  gilt  gleichermaßen ­
  von  den  thesaurierten  Darlehnskassenscheinen.
4.  Man  kann  aus  natürlichen  Gründen  —  Ausverkauf  und  Teuerung ­
  —  annehmen,  daß  die  Kapitalien  aus  gewöhnlichen  Ersparnissen ­
  sowie  aus  Lagerräumung  und  unterlassenen  Instandhaltungsarbeiten ­
  von  der  5.  Anleihe  an  im  Verhältnis  zum  Zeichnungsergebnis ­
  geringer  geworden,  der  Anteil  der  zurückgegebenen  Kaufkraft, ­
  der  eigentlichen  Kriegsgewinne,  am  Zeichnungsergebnis
immer  größer  geworden  ist.  Diese  scheinbar  günstige  Entwicklung
von  Kaufkraft  und  Anleiheerlös  ist  aber  nur  dadurch  möglich
geworden,  daß  die  Bildung  neuer  Einkommen,  neuer  Vermögen
und  neuer  Kaufkraft  seit  dieser  Zeit  in  noch  größerem  Umfang
vor  sich  gegangen  ist.  In  Wirklichkeit  ist  daher  von  den  steigenden
Auszahlungen  des  Reiches  ein  stets  geringer  werdender  Betrag
wieder  zur  Anleihe  zurückgeflossen.  Mit  anderen  Worten:  der  Erlös ­
  der  Anleihen  ist  von  Anleihe  zu  Anleihe  immer  mehr  hinter  den
von  dem  Reiche  während  eines  Anleihezeitabschnittes  in  Anspruch
genommenen  Krediten  zurückgeblieben,  die  schwebenden  Schulden
des  Reiches  haben  ständig  zugenommen.  Sie  stiegen  nach  der  obigen
Zusammenstellung  bei  der  6.  Anleihe  schon  auf  19,8  Milliarden  Mark,
von  denen  trotz  des  glänzenden  Zeichnungsergebnisses  von  13,1  Milliarden ­
  Mark  6,5  Milliarden  Mark  uneingelöst  blieben,  auf  27,3  Milliarden ­
  Mark  und  einen  Restbetrag  von  14,6  Milliarden  Mark  bei  der
7.  Anleihe  und  auf  den  gewaltigen  Betrag  von  38,9  Milliarden  Mark
            
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