Inflation und Kriegsanleihe.
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der Krediteinrichtungen gebildet wurde, war im Frieden für den
einzelnen die Zurückrufung seiner Kaufkraft aus seiner Kapitalanlage,
die Umwandlung in Geld möglich. In der Regel erwarb
jedoch der Geldkapitalbesitzer Anleihen, weil er seine Kaufkraft
selbst nicht am Gütermarkt ausüben konnte oder wollte und lieber
eine Rente von dem beziehen wollte, der die Ausübung besser verstand.
Bei der Zeichnung auf die Kriegsanleihe ist jedoch diese Absicht
durchaus nicht bei allen Zeichnern oder nicht im ganzen Umfang
der gezeichneten Summen vorherrschend gewesen. Schon im
Verlauf des Krieges sind erhebliche Mengen Kriegsanleihen in Lombard
gegeben worden. (In Österreich wurde dieses Geschäft dadurch
gefördert, daß für die Lombardierung der Kriegsanleihe
weniger Zinsen zu zahlen waren, als die Kriegsanleihezinsen betrugen.
Das Lombardieren von Kriegsanleihe wurde dadurch für den
Besitzer ein lohnendes Geschäft: er erhielt für sein Kapital mehr
als 5% und zahlte für die genommenen Darlehen nur 4 1 / 2 %. Auf
diese Weise ist zwar in Österreich ein hoher Gesamtzeichnungsbetrag
zustande gekommen; aber diesem Zeichnungsbetrag standen
bei Schluß des Krieges 12 und mehr Milliarden Kronen Lombarddarlehen
allein bei den österreichischen Banken gegenüber, die auf
eine Rückzahlung warten.) In Deutschland nehmen die Vorschüsse
auf Kriegsanleihe ebenfalls einen großen Raum ein. Soweit sie
aber von den Banken aus den ihnen zur Verfügung gestellten
Kapitalien (Depositen: vgl. Abschnitt IV) gewährt werden, ist mit
dieser Lombardierung zwar keine Kaufkraftvermehrung verbunden;
wohl aber besteht die Möglichkeit, daß die den Banken in den
Depositen übertragene Kaufkraft nunmehr durch die Empfänger
der Kredite: Handels-, Industrieunternehmungen, Kommunen, Gliedstaaten
und Reich zum Ankauf von Gütern aller Art verwendet
wird und entsprechend auf die Preise einwirkt. Hingegen bedeuten
die steigenden Vorschüsse, die die Darlehnskassen gegen die Verausgabung
von Umlaufmitteln — Darlehnskassenscheinen — auf
Grund der Hinterlegung von Wertpapieren schlechthin (einschließlich
der Kriegsanleihen) gewähren, eine besondere Begünstigung
der Inflation, indem die in der Kapitalanlage investierte, vom
Schuldner der Anleihen bereits verausgabte Kaufkraft durch die
Ausgabe von Papiergeld wieder auflebt. Die Ausleihungen der
Darlehnskassen waren — trotz der großen Zuflüsse von Depositen