Inflation und Kriegsanleihe.
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scheine, Noten oder Kredite in die Lücke treten müssen. Es han
delt sich um nichts anderes als um das viel besprochene Problem
der Umwandlung der Staatsanleihen in Produktionskapital. Es ist
dies in finanzieller Beziehung das Problem, das in allen kriegfüh
renden Ländern nach dem Kriege zu lösen sein wird. (Näheres bei
Prion, Der internationale Geld- und Kapitalmarkt nach dem
Kriege, München 1918, Duncker & Humblot.) Mit Bezug auf die
Inflation ist allerdings zu bemerken, daß sich das Verhältnis von
Kaufkraft zur Gütermenge in Zukunft bessern wird, wenn die
verlangten Kapitalien wieder der Erzeugung — statt wie in der
Kriegswirtschaft der Vernichtung — von Gütern dienen.
Also: obwohl die in der deutschen Kriegswirtschaft reichlich
erhöhte Kaufkraft der Einzelwirtschaften von diesen in großen
Mengen wieder auf das Reich übertragen, von den Kriegsanleihen
aufgesogen worden ist, bedeutete dennoch diese Festlegung bzw.
Übertragung keinen absoluten Schutz gegen ihre Wiederauflebung
und Geltendmachung am Gütermarkt. Auf dem Wege der Lom
bardierung oder des Verkaufs konnte während des Krieges jeder
Besitzer seine — eigentlich als endgültig abgetreten zu betrach
tende — Kaufkraft selbst wieder am Gütermarkt verwenden und
hier als zahlungsfähiger Käufer zu entsprechenden Preisen auf-
treten. Die geschaffenen Einrichtungen (Darlehnskassen) und die
bequemen und vorteilhaften Bedingungen (Zinssätze) erleichterten
diese Wiederflüssigmachung selbst dann, wenn Geldkapitalien
in der Volkswirtschaft nicht mehr zur Verfügung standen.
Hier liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen der Kapital
anlage in Wertpapieren im Frieden und insbesondere der in Kriegs
anleihe nach Ausbruch des Krieges.
Nicht nur sind die beiden Staubecken für kurzfristige und für
langfristige Leihkapitalien, sind der Geldmarkt und der Kapital
markt, die in der Friedenszeit mit Rücksicht auf die Liquidität
der Volkswirtschaft sorglich getrennt gehalten wurden, durch
die Kriegswirtschaft vermengt worden, sondern auch die Geld
schöpfung ist jeder Hemmung frei geworden. Während des Krieges
konnte in jedem Augenblick jede Menge Wertpapiere, insonderheit
die großen Mengen der Kriegsanleihen, wieder in Geld verwandelt
werden. Die Grenzen zwischen Einkommen und Vermögen, zwi
schen Geld und Kapital (im Geldmarktsinne) waren somit gefallen.
Damit gewann auch das Vermögen als Grundlage der Kaufkraft