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V orbemerkung.
vorhanden waren; d. h.: diese Geldmittel waren nicht vorhanden,
sondern sie wurden jeweils durch Beanspruchung von Kredit beschafft.
In diesem Vorgang liegt zugleich die Erklärung für das Verhältnis
der Einanzwirtschaft zu den Preisen. Indem das Reich
zuerst bei der Reichsbank Kredit in Anspruch nahm, wodurch es
für sich selbst neue Kaufkraft aus dem Nichts schuf, und indem sich
ferner das Reich später nebenherlaufend von den Banken und endlich
von seinen Bürgern in immer größer werdendem Umfang Kaufkraft
lieh, konnten sich aus den hiermit zu leistenden Milliardenzahlungen
des Reiches fortlaufend große und größte Einkommen
und daraus wieder erhebliche Mengen Vermögen, die in jenen
Krediten des Reichs angelegt wurden, bilden. So steigerte sich die
auf Einkommen und Vermögen beruhende Kaufkraft der an ‘ien
Reichszahlungen mittelbar oder unmittelbar beteiligten Einzelwirtschaften
unabläßlich, während auf der anderen Seite — und
das ist die zweite entscheidende Tatsache — das Angebot der
noch für den freien Verkehr der Volkswirtschaft übrigbleibenden
Gütermengen zurückging oder gering blieb, .zum mindesten nicht
in gleichem Maße wie die Kaufkraftmenge der Einzelwirtschaften
stieg. Denn die dem Reiche gegen die Milliardenzahlungen überantworteten
Sachgüter, deren Erzeugung sogar von Tag zu Tag
gesteigert wurde, wurden zum allergrößten Teil durch die Kriegshandlungen
sofort vernichtet oder unbrauchbar, zum mindesten
aber dem freien Verkehr in der Volkswirtschaft entzogen. Daneben
schränkte die andauernde Abziehung von Arbeitskräften zur eigentlichen
Kriegsindustrie die Erzeugung der für den sonstigen Bedarf
der Volkswirtschaft erforderlichen Güter immer mehr ein, und
diese Störung des inneren Marktes wurde um so stärker, je länger
der Krieg andauerte.
Auf diese Weise hatte sich im Laufe des Krieges ein gewaltiges
Mißverhältnis zwischen der sich in zahlreichen Einzelwirtschaften
anstauenden Kaufkraft auf der einen Seite — herrührend aus großen
und kleinen Kriegsgewinnen — und der Menge an umsatzfähigen
Gütern 1 ) auf der anderen Seite, die dieser Steigerung
b Lief mann, R.: Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung
ihrer Folgen, Stuttgart 1918, S. 87, will der Geldvermehrung nicht die
Gütermenge, sondern die Erträge der wirtschaftlichen Arbeit gegenübergestellt
wissen. Da jedoch die geleistete Arbeit volkswirtschaftlichen Zwecken (Vernichtung
durch die Kriegführung) verloren gehen kann, so sind tatsächlich die
Güter (im weitesten Sinne), die mit dem Gelde gekauft werden können, das