Full text : David Ricardo und die Grenzwerttheorie

28

Bei  gleichmäßigem  Druck  nach  unten  oder  gleich  starkem ­
  Ziehen  nach  oben  werden  in  beiden  Fällen  die
Sprungfedern,  je  nach  der  Beschaffenheit  ihres  Metalls,
besonders  in  der  Kolonne  Luxuswaren  dem  veränderten
Zustande  nachgeben;  die  anderen  werden  nachfolgen  je
nach  ihrer  Reihenfolge  nach  der  Beschaffenheit  des
Metalls,  je  nach  seiner  Elastizität  oder  Sprödigkeit.
In  unserem  Falle  wird  bei  Änderung  der  wirtschaftlichen ­
  Lage  die  Verteilung  der  werbenden  wirtschaftlichen ­
  Kraft  je  nach  der  Elastizität  der  Bedürfnisse
erfolgen:  Bei  einem  relativen  Reichtum  oder  Wohlstand ­
  werden  die  elastischeren  Kulturbedürfnisse  die
größere  Masse  der  wirtschaftlichen  Erwerbskraft  in
Anspruch  nehmen.  Diese  elementare  Tatsache  der
Elastizität  einer  Bedürfnisbefriedigung  und  der  Sprödigkeit ­
  anderer  beherrscht  das  ganze  Wirtschaftsleben,  ja
weiter  alle  menschlichen  Lebensverhältnisse  überhaupt.
Die  Theorie  vom  Grenznutzen  oder  vom  Grenzwert,
wie  Böhm-Bawerk  sie  nennen  will,  wurde  zuerst  von
Hermann  Heinrich  Gossen  (Gesetze  des  menschlichen ­
  Verkehrs,  Hamburg  1854),  dann  von  Jevons
und  Leon  Walras  (dem  Älteren)  vertreten.  Sie  knüpft
an  den  Gedanken  der  Unterschiedsempfindlichkeit
oder  der  Schwelle  des  Bewußtseins  innerhalb  des  wirtschaftlichen ­
  Lebens.  Nämlich,  wenn  ein  Gut  verschiedene ­
  Bedürfnisse  befriedigen  kann  und  wirklich  bei
einer  ausreichenden  Menge  zur  Befriedigung  verschiedener ­
  Bedürfnisse  gebraucht  wird,  dann  wird  dieses
Gut  nach  der  Bedeutung  geschätzt,  die  wir  dem  zuletzt ­
  befriedigten  letzten  Bedürfnisse  beilegen;  also,  je
mehr  die  vorhandene,  dem  Wirtschaftssubjekt  zur  Verfügung ­
  stehende  Gütermenge  steigt,  desto  niedriger
fällt  der  Wert  des  einzelnen  Güterquantums.
Jevons  spricht  in  einer  Reaktion  zu  der  damals
herrschenden  Schule  Ricardos,  die  wegen  Mangel  an
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.