Full text : Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

41

Wandelt  nt.  E.  demnach  die  Kommunalpolitik  von  Kleinschönebeck-F.
Zurzeit  in  den  richtigen  Bahnen,  so  ist  nur  zu  wünschen,  daß  diese  nicht
wie  in  früheren  Zeiten  durch  die  Interessen  und  Bestrebungen  der
Spekulanten  durchkreuzt  wird,  die,  wie  nach  den  Schilderungen  Paul
Voigts^),  so  noch  heute,  .  in  den  angesehensten  Organen  der
Tagespresse  ....  in  den  Gemeindeverwaltungen  mit  Rührigkeit  und
Eifer  ihre  Interessen  vertreten.
V.  Boden-  und  Mietspreise,
a)  Bodenpreise.
Für  die  Feststellung  der  Bodenpreise  und  ihrer  Entwicklung  konnte
nur  eine  umfassende  Ermittelung  der  Verkehrswerte  die  Grundlage  abgeben, ­
  wie  sich  solche  aus  den  Eigentumsveränderungslisten  des  König!.
Katasteramts  ergeben.  Es  wurden  die  Verkäufe,  soweit  sie  statistisch  von
Wert  sind,  ausgezogen;  und  zwar  ist  das  Material  vom  Ende  des  Jahres
.1896  vorhanden,  in  welchem  die  Gemeinde  die  Umsatzsteuer  einführte.
Zuerst  verkauften  die  Bauern  das  Pilzland,  das  in  wirtschaftlicher
Beziehung  für  sie  wenig  Wert  gehabt  hatte;  denn  noch  ini  Anfang  der
70er  Jahre  vorigen  Jahrhunderts  wurde  der  Morgen  mit  10  Mk.  abgeschätzt. ­
  nur  um  nicht  zu  sagen,  er  sei  vollkommen  wertlos.  Im  Jahre
1876  wurden  bereits  50  Mk.,  1893  500  Mk.  für  den  Morgen  erzielt.
Im  übrigen  waren  vor  der  Koloniegründung  Verkäufe  eine  große  Seltenheit. ­
  Gingen  die  Wirtschaften  von  einer  Hand  in  die  andere,  so  war
1er  Anlaß  gewöhnlich  Vererbung.  Sollte  bei  dieser  Gelegenheit  eine
Wirtschaft  abgeschätzt  werden  zum  Zwecke  der  Erbschaftsregulierung,  so
fiel  die  Abschätzung  stets  zugunsten  des  in  der  Wirtschaft  Bleibenden
aus,  die  anderen  wurden  mit  einer  Kleinigkeit  abgefunden.  Demgemäß
hätte  eine  Feststellung  des  Schätzungswerts  den  wirklichen  Preis  des
Landes  auch  nie  ergeben.
Von  den  aus  der  Umsatzstenerkontrolle  zu  ersehenden  Verkäufen
konnten  aber  bei  weitem  nicht  alle  für  meine  Zwecke  benutzt  werden.
Ansgelassen  wurden  vor  allem  Erbrezesse,  laut  denen  z.  B.  im  Jahre
1896  die  gesamte  Wirtschaft  nebst  Gebäuden  und  Inventar  auf  den
Erben  überging,  und  zwar  der  gm  abgeschätzt  aus  0,026  Mk.,  eine
andere  im  Jahre  1898  auf  0,177,  1907  auf  0,175  Mk.  —  Es  blieben
ferner  unberücksichtigt  die  bebauten  Gritndstücke,  da  nach  meiner  Ansicht
der  „Bodenannäherungswert",  wie  schon  die  Bezeichnung  sagt,  den
Bodenpreis  nicht  genau  bestimmen  will  und  kann.  Die  Bestimmung
nach  diesem  Wert  scheitert  außerdem  an  dem  Fehlen  einer  staatlichen
oder  sonstigen  Feuerversicherung,  die  einheitlich  für  den  ganzen  Orts-*)

  a.  a.  O.  S.  136.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.