Full text : Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

—  Das  Cinsuhrbedürfnis  nach  dem  Kriege  —

9

bisher  von  auswärts  einführten,  ganz  oder  vielleicht  zu
einem  gewissen  Teil  selbst  zu  erzeugen,  so  z.  B.  wird  die
Gewinnung  von  Salpeter  aus  der  Luft  unter  Umständen
die  Einfuhr  von  Chile-Salpeter  überflüssig  machen.  Ferner ­
  werden  wir,  durch  die  Erfahrungen  des  Krieges  belehrt, ­
  eine  systematische  Vorratswirtschaft  betreiben,  die
darin  gipfeln  wird,  uns  für  den  Fall  eines  kommenden
Krieges  von  der  Zufuhr  bestimmter  Waren  aus  dem  Auslande ­
  unabhängiger  zu  machen  als  bisher.  Wir  werden
vielleicht  aus  dieser  oder  jener  Gebietserweiterung  eine
stärkere  Eigenversorgung  mit  Nahrungsmitteln  gewährleisten ­
  können,  und  wir  werden  diese  oder  jene  Waren,
selbst  wenn  ein  hoher  Zollschutz  nötig  ist,  in  stärkerem  Matze
selbst  produzieren,  um  uns  vor  Gefahren  künftiger  kriegerischer ­
  Verwicklungen  zu  sichern.  Aber  aufderanderen
Seite  bleibt  zu  bedenken,  datz  wir  nach  wie  vor  auf  die
Inanspruchnahme  des  Weltmarktes  nicht  verzichten  können,
dort  nämlich,  wo  es  sich  darum  handelt,  industrielle  Rohstoffe, ­
  welche  wir  nicht  erzeugen,  einzuführen;  auch  werden
wir  billige  Nahrungsmittel  aus  überseeischen  und  anderen
Gebieten  einführen,  soweit  es  der  Schutz  unserer  eigenen
landwirtschaftlichen  Interessen  gestattet,  ja  wir  werden  gerade, ­
  um  eine  Vorratsvorsorge  zu  treiben,  diese  Nahrungsmittel ­
  vielfach  zum  Zwecke  der  Bildung  von  Vorratskammern ­
  einführen,  welche,  ähnlich  wie  die  bekannten  amerikanischen ­
  Getreideelevatoren,  einen  bestimmten,  sich  immer
wieder  ergänzenden  Bestand  solcher  Nahrungsmittel  oder
Rohstoffe  halten  werden.  Dazu  kommt,  datz  in  dem
ersten  Jahre  des  Friedens  die  Ansprüche  an  die  Einfuhr
all  derjenigen  Nahrungsmittel  und  Rohstoffe,  deren  übliche
Reserven  wir  im  Kriege  verbraucht  haben,  ganz  besonders
stark  sein  werden,  so  daß  unmittelbar  nach  Friedensschluß
ein  außerordentlich  starkes  Einfuhrbedürfnis  des  Deut-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.