Full text : Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

20

—  Die  „Freiheit  der  Meere'

hing  ausgesetzt  sein  würden  ?  Wie  denkt  man  sich  das  Gedeihen ­
  weltwirtschaftlicher  Beziehungen  unter  dem  Bestehen ­
  einer  fremden  Seeherrschlaft,  welche  im  Augenblicke
des  Krieges  nicht  nur  den  Seeverkehr  völlig  unterbindet,
sondern  auch  darüber  hinaus  in  neutralen  Ländern,  welche
an  die  Weltmeere  grenzen,  durch  seine  Seegewalt  deutsche
Arbeit  und  deutschles  Kapital  vergewaltigen  kann?  Viele
bei  uns  und  auch  vielleicht  in  einzelnen  neutralen  Ländern
träumen  davon,  daß  nach  Abschluß  dieses  Krieges  eine
neue  Zeit  der  Meeresfreiheit  anbrechen  werde,  ein  neues
Völkerrecht,  welches  im  Falle  eines  Krieges  dem  nichtkriegerischen
  Handel  die  völlige  Bewegungsfreiheit  auf  dem
Meere  sichere.  Man  hat  besonders  zu  Anfang  des  Krieges
Zukunft  die  wirtschaftlichen  Beziehungen  zu  England  überhaupt  einzuschränken. ­
  Anschließend  an  einen  Aufsah  in  der  „Kreuz-Ztg."  schreibt
die  „Germania"  sAbend-Ausgabej  vom  28.7.16:  „Das  Privateigentum ­
  des  Gegners  ist  bekanntlich  im  Kriege  unverlehlich,  auch  wenn
man  Gewalt  darüber  hat  oder  im  Laufe  des  Krieges  erhält,  und  auf
diese  von  allen  Völkern  seit  langem  anerkannten  Grundsätze  hat  auch
die  deutsche  Geschäftswelt  gebaut,  als  sie  seit  Jahren  in
steigendem  Maße  in  London  und  anderen  wichtigen  Plätzen  Englands
Niederlassungen  begründete,  die  bei  Kriegsausbruch  bedeutende  nationale ­
  Werte  für  uns  darstellten.  Sie  waren  der  britischen  Vernichtungswut ­
  gegen  alles  Deutsche  willkommene  Gegen  st  ände
der  Verfolgung.  Was  auf  dem  Gebiete  an  Übergriffen
englischer  Behörden  und  Beauftragten  derselben ­
  im  Laufe  der  beiden  Kriegsjahre  geleistet
worden  ist,  wird  bei  uns  ja  nur  bruchstückweise  bekannt, ­
  erst  nach  dem  Kriege  werden  wir  den  Schaden  ganz  zu  übersehen ­
  und,  so  Gott  will,  Ersatz  dafür  zu  fordern  imstande  sein.  Der
neuste  widerrechtliche  Eingriff  ist  soeben  bekannt  geworden,  da  auf  Veranlassung ­
  der  englischen  Aufsichtsbehörden  die  Wertpapiere,  die  bei
den  drei  Filialen  deutscher  Banken  in  London  im  Depot  lagen,  an
eine  englische  behördliche  Stelle,  den  Public  Trustee,  übergeführt
worden  sind.  Den  deutschen  Bankfilialen  ist  damit  die  Verfügung
über  diese  Depots  und  jede  Möglichkeit  einer  Einwirkung  auf  deren
ferneres  Schicksal  entzogen  worden.  Der  Zweck  ist  offenbar  zunächst, ­
  wie  die  „Frkft.  Ztg."  mit  Recht  sagt,  die  Zwangsliquidation
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.