Full text : Das Gemüse in der Kriegswirtschaft

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Mengen  an  Weißkohl-Sauerkraut  sind  diesmal  nicht  sehr  groß.  Die
hohen  Anforderungen  des  Heeres  in  Verbindung  mit  einer  nur
mäßigen  Ernte  haben  der  Erzeugung  und  Verteilung  enge
Schranken  gezogen.
4.  Gemüsekonserven,  Salz-  und  Faßgemüsc.
Unter  Gemüsekonserven  verstand  die  Verordnung  vom
5.  August  1916  (§  10  Ziffer  1)  Gemüsedauerwaren  in  luftdicht
verschlossenen  Behältnissen  sowie  Faßbohnen.  Deren  Erzeugung ­
  war  im  Frieden  beträchtlich  gewesen  und  hatte  im
Durchschnitt  der  letzten  drei  Friedensjahre  etwa  80  Millionen
Normaldosen  zu  je  1  kg  betragen.  Das  war  die  hochwertigste
und  teuerste  Art  von  Gemüsedauerwaren,  die  namentlich  von  dem
wohlhabenderen  Teil  der  Bevölkerung,  ferner  mit  Vorliebe  von
Gaststätten  in  der  Zeit  der  gemüsearmen  Monate,  dann  aber  auch
von  Heilanstalten  aller  Art  und  zur  Nahrungsausrüstung  von
Schissen  in  großem  Unifange  ausgenommen  worden  waren.
Im  Kriege  sind  Gemüsekonserven  auch  von  weiten  '
Schichten  der  minderbemittelten  Bevölkerung  begehrt  worden.
Ihre  Herstellung  begegnete  steigenden  Schwierigkeiten,  die  hauptsächlich ­
  infolge  der  Knappheit  an  W  e,ißb  le  ch  entstanden.
Wenn  auch  für  einzelne  Sorten  ohne  Bedenken  Schwarzblechdosen
verwendet  werden  konnten,  so  verbietet  doch  die  in  einzelnen  Gemüsen ­
  vorhandene  Säure,  die  eine  Oxydation  und  damit  ein
rasches  Verderben  der  Konserven  hervorruft,  die  Verwendung  dieser
Blechart  in  größerem  Umfange.  Zudem  trat  bald  Knappheit  auch
an  Schwarzblech  ein.  Die  Regelung  der  Verwendung  von  Blech
zur  Herstellung  von  Konservendosen,  sowohl  für  Gemüse-  wie
auch  für  Obstkonserven  wurde  der  „V  e  r  t  e  i  I  u  n  g  s  st  e  I  l  e  f  ü  r
Geniüse-  und  Obstkonserven-Dosen  aus  verzinntem ­
  Blech"  übertragen,  die  in  engem  Zusammenwirken
mit  der  Kriegs-Rohstoff-Abteilung  und  der  Reichsstelle  für  Gemüse
  und  Obst  arbeitet  und  deren  Geschäftsleitung  dem  Geschäftsführer ­
  der  Gemüsekonserven  -  Kriegsgesellschaft  übertragen
worden  ist.
Als  Ersatz  für  die  Konservierung  in  Blechdosen  mußte  einerseits ­
  die  Trocknung  dienen,  anderseits  wurde  die  Einlegung
v  o  n  G  e  m  ü  s  e  in  Salz,  die  Herstellung  von  sogenanntem
Salz-  oder  Faßgemüse  wesentlich  gefördert.  Im  Herbst  und
Winter  1917  zwang  auch  die  Kohlenknappheit  viele  Betriebe,  zur
Herstellung  von  Salzgemüse  überzugehen.  Ein  neues  Verfahren
gestattete,  auch  auf  diese  Weise  ein  vollwertiges  Erzeugnis  herzu-
            
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