Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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kämpferinnen  der  Berliner
Arbeiterinnen  -  Bewegung.
Der  Bildungsverein  als
solcher  entsandte  keine  Vertretung. ­
  Eine  allgemeine
Frauenversammlung  Berlins ­
  hatte  Ottilie  Baader,
Elise  Panzeram,  Paula
Thiede,  MarthaTietz  und
Klara  Zetkin,  eine  Versammlung ­
  des  Kreises  Teltow ­
  -  Beeskow  Jda  Altmann
  und  Frau  Agnes
Pause  delegiert.
Auch  eineAnzahl  vonGewerkschasten
  Berlins  hatten
weibliche  Mitglieder  mit
ihrer  Vertretung  auf  dem
Kongreß  betraut,  der  ja  einer
Frage  galt,  welche  die  arbeitende ­
  Frauenwelt  ganz
besonders  betrifft.  Er  zählte
eine  Anzahl  hervorragender ­
  Sozialpolitiker,  sowie
auch  Vertreter  bürgerlicher
Frauenvereine  zu  seinen
Teilnehmern.  Berechtigtes
Aufsehen  erregte  eine  mit  ihm  verbundene  Ausstellung  von  Erzeugnissen ­
  der  Keimarbeit,  auf  der  den  ausgestellten  Artikeln  Angaben  beigegebcn
  waren  über  die  Arbeitsbedingungen,  unter  denen  sie  hergestellt
waren.  Das  große  Publikum  bekam  so  einmal  anschaulich  zu  Gemüte
geführt,  was  Keimarbeit  heißt,  und  etwas  wurden  die  Gewissen  denn  auch
in  der  Tat  aufgerüttelt.
Auf  die  Verhandlungen  des  Kongresses  selbst  kann  hier  nicht  eingegangen ­
  werden.  Ebenso  müssen  wir  darauf  verzichten,  das  Wirken  von
Berlins  Arbeiterinnen  in  der  Gewerkschaftsbewegung  im  einzelnen  zu
beleuchten.  Sind  im  Prozentverhältnisse  der  Beschäftigten  die  Frauen  auch
erheblich  schwächer  in  der  Bewegung  vertreten  als  die  Männer,  so  ist  es
doch  mittlerweile,  wie  wir  gesehen  haben,  in  der  Gewerkschaftsbewegung
Berlins  zu  einer  nach  Tausenden  zählenden  Schar  von  weiblichen  Mitkämpfern ­
  gekommen,  und  entsprechend  groß  ist  die  Zahl  der  Frauen,  die
hier  an  verantwortlicher  Stelle  propagandistisch  und  verwaltend  sich  betätigen.
Dasselbe  gilt  von  der  politischen  Bewegung,  und  zwar  sowohl  was
die  Personen  als  was  die  Fälle  der  Betätigung  anbetrifft.  Schon  im
dritten  Jahr  unserer  Epoche,  im  Februar  1893,  sehen  wir  bei  Gelegenheit
der  gerade  ausgeschriebenen  Wahlen  zum  Gewerbegericht,  wie  die  Frauen-Agitationskommission
  mit  Erfolg  die  sozialistischen  Arbeiterinnen  Berlins
auffordert,  die  Wahl  von  Vertretern  der  kämpfenden  Arbeiterschaft  durch
Betätigung  an  der  Wahlagitation  zu  unterstützen.  Die  Reichstagsauflösung

181.  Titelblatt  der  Broschüre
„Die  Arbeiterinnen  im  Klassenkampf"
            
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