Full text: Weltporto-Reform

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von der Portoeinnahme, im letzteren Falle (über Belgien und Frankreich) 
aber nur 1,80 Pf. 
Beim Wege aus Amerika nach Deutschland, wo das amerikanische 
Porto nur 2 Cents oder 8,40 Pf. beträgt, bleiben der Post im letzten Falle 
nur 0,20 Pf. Portoeinnahme übrig. Die ,,D. V.-Z“ schreibt dann weiter: 
„Dass mit solchen minimalen Beträgen die Selbstkosten auch nicht an 
nähernd gedeckt werden, bedarf keines Beweises; auch der bei der 
direkten Beförderung verbleibende Betrag von rund 0 Pf. für 
den Brief deckt nicht die Selbstkosten. Für den Wissenden wirkt 
hiernach der in der Presse so beliebte Hinweis darauf, dass der Verkehr 
riesig wachsen und so den Ausfall decken werde, geradezu komisch, denn 
mit der Zunahme der Briefe steigt auch der Aufwand an 
Transitgebühren, teils sogleich durch die Zahlungen an die Reedereien, 
teils bei der nächsten periodischen Feststellung der zwischen den einzelnen 
Postverwaltungen zu zahlenden Vergütungen. Und so würde es da 
gehen, wie bei dem bekannten intelligenten Kaufmann, der bei 
Eröffnung seines Geschäfts unter den Selbstkosten verkarrfte 
und zur Begründung sagte: ,Die Menge muss es bring-en 1 . Welt- 
Penny-Porto und Rentabilität, das ist überhaupt eine sehr kitzliche 
Frage, über die am leichtesten die gänzlich unbefangenen Leute hinweg 
kommen! Unter diesen Umständen kann es nicht verwunderlich erscheinen, 
dass bei der gegenwärtigen Finanzlage auch die deutsche Postverwaltung 
es für angezeigt erachtet hat, die Portoermässigung auf den direkten Weg 
zwischen den beiderseitigen Häfen zu beschränken.“ 
Diese vorläufige Beschränkung war begreiflich, wenn auch nicht ver 
schwiegen werden darf, dass Hamburger Kaufleute bereits über die langsame 
Beförderung und die Bevorzugung der englischen Konkurrenz geklagt haben. 
Doch auch Holland beschränkt sein billiges Kolonialporto nach Nieder- 
ländisch-Indien auf den direkten Postdampferweg. Wer Eile hat, wird gern 
10 Pf. mehr bezahlen. Aber auf die übrigen Ausführungen Hesse sich doch 
vieles erwidern, das die Sache in einem ganz anderen Lichte erblicken 
lässt. Schon an anderer Stelle (S. 78f., 166) wurde eingehend darüber gehandelt. 
Ich will hier in Kürze nur einen Satz wiederholen, den ich am 
20. Juli 1908 in den „Mitteilungen des Handelsvertragsvereins“ (Nr. 11/13, 
S. 101) in einem, auch ein deutsch-amerikanisches Abkommen empfehlenden 
Artikel („Das transatlantische Pennyporto“) hinstellte: „Das Briefporto 
für die verschiedenen Beförderungsstrecken verschieden zu 
berechnen, je nach den Selbstkosten, das ist doch ein längst 
überwundener Standpunkt. Sonst müsste man auch im in 
ländischen Verkehr so verfahren, wo in verkehrsarmen Gegenden, 
auf dem Lande und im Gebirge schon die Personalselbstkosten 
oft bei weitem nicht g-edeckt werden durch das Briefporto. 
Deshalb soll auch im überseeischen Weltverkehr davon ab 
gesehen werden, dass das Porto in jedem Falle die Kosten jeder 
Honte decken müsse.“ 
io 1 -
	        
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