Full text: Theorie der forstlichen Oekonomik

l Produktionsfaktoren der Forstwirtschaft. 
ralischen und chemischen Zusammenssetzung, sondern vielleicht in noch 
höherem Maße von seinem physsikalischen und biologischen Zustande. Sie 
wird ferner wesentlich beeinflußt durch klimatische Bedingungen, 
insbesondere die Wärme und Niedersschlagsmenge, die ihn während der 
Vegetationszeit der Holzgewächse erreicht. Als Zubehör zum Boden sehen 
wir den Luftraum über ihm an, aus dem die Pflanze zur Assimilation 
und Atmung den Kohlenstoff und Sauerstoff entnimmt. Die Gesamtheit 
der im Boden, Luftraum und Klima wirksamen Faktoren bezeichnen wir 
als St and or t. Dieser ist mithin Träger der äuß er en Einflüsse auf 
die Entwicklung der Holzpflanze, im Gegensatze zu den in ihr selbst 
arbeitenden Naturkräften. 
Der in der Gegenwart in Gebieten intensiver Bodenausnutzung von 
der Forstwirtschaft eingenommene Boden wird nach der einen Seite durch 
land wirtsch aftlich genutzte Böden, nach der anderen Seite 
durch das Ö d l an d begrenzt. 
Die Grenze des Wald bo dens gegen das Ackerland 
wird in der Regel durch wirtschaftliche Erwägungen bestimmt. Im 
allgemeinen wird der Wald von denjenigen Böden, auf denen die Land- 
wirtschaft rentabel ist, durch diese verdrängt. Die Grenze schwankt 
naturgemäß nach der jeweiligen Konjunktur für die Landwirtschaft 
einerseits, die Forstwirtschaft anderseits. Daher kommt auch der Fall vor, 
daß ein landwirtschaftlich genutzter Boden wegen mangelnder Rentabilität 
der Forstwirtschaft überwiesen wird, durch die er eine, wenn auch be- 
scheidene, Rente abzuwerfen verspricht. – Zuweilen kann man jedoch 
auch feststellen, daß infolge des in der Bodenwirtschaft besonders aus- 
geprägten Beharrungsmomentes oder infolge gegebener Eigentums- oder 
persönlicher Verhältnisse Forstwirtschaft auf solchen Böden betrieben wird, 
die zweckmäßig der Landwirtschaft zufallen würden, während das Um- 
gekehrte wegen der größeren Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit der 
heutigen Landwirtschaft nur selten der Fall ist. 
Waldböden, auf denen, z. B. wegen steiler Hanglage, nur Forst- 
wirtschaft möglich ist, nennt man a b s o lu t e, solche, die auch landwirt- 
schaftlich benutzbar sein würden, relative Waldböden. 
Die ÖHdländer eien kann man in aufforstung s fähige 
und nicht auff or stun g s f äh i g e einteilen. Auf ersteren siedelt sich 
zuweilen im Laufe langer Zeiträume auf natürlichem Wege Wald an. 
Der Grund des Ödliegens derartiger Ländereien ist voraussichtliche Un- 
rentabilität der Aufforstung oder fehlendes Interesse oder Kapitalmangel 
des Besiters. Die Frage staatlicher Ödlandaufforstungen sowie staatlichen 
A 
jd
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.