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hieß ebenfalls Jean Jacques, so daß wir ihn hier Jean Jacques Cuny II nennen
wollen. Er war in Schwedt bei Verwandten, Namens Larlan, erzogen. Nach
seines Großvaters Tode iibernahm er zusammen mit seinem Onkel David das
väterliche Geschäft. Vermählt war er mit seiner Cousine Caroline Llrsinus.
Jean Jacques Cuny II war ein Mann, der allen öffentlichen Angelegenheiten
regstes Interesse entgegenbrachte. Er war Mitglied der Stadtverwaltung und
unbesoldeter Stadtrat, ferner als Nachfolger des Kommerzienrats C. Schnitze
in den Jahren 1837—1843 Erster Vorsteher der Kaufmannschaft. Er ringt
endlich mit anderen Magdeburger Kaufleuten um die Palme, die Magdeburg-Leipziger
Bahn ins Leben gerufen zu haben. Viel Mißgeschick brachte ihm die
mit seinem Schwager Eduard Llrsinus und zwei Lerreu v. Kemnitz zusammen
unternommene Gründung einer Riibenzuckersabrik in Bernburg. Die großen
Opfer, die dieses Unternehmen von ihm forderte, zwangen ihn sogar bald, seine
Grundstiicke in Magdeburg zu verkaufen sowie seine Magdeburger Geschäfte
auszugeben. Jean Jacques Cuny II starb früh, es war am 29. Dezember 1843,
an den Folgen eines Eisenbahnunsalles. Der Magdeburgischen Zeitung vom
1 .Jan. 1844 entnehmen wir folgendeNachrufe des Magistrates, der Kaufmannschast
und der Magdeburg-Leipziger Bahn, die ein Bild von der Bedeutung
des Mannes und der Größe seiner Persönlichkeit geben. Der Magistrat der
Stadt Magdeburg widmete ihm folgende Worte des Gedenkens:
„Der cim 29. Dezember 1843 verstorbene Kaufmann und Stadtrat Cuny ist eine Reihe
von Jahren hindurch Mitglied des unterzeichneten Kollegiums gewesen lind hat sich in dieser
Zeit als einsichtiger Berater und tüchtiger Mitarbeiter großes Verdienst um die Verwaltung
der städtischen Angelegenheiten erworben. Seine öffentliche Wirksamkeit hat sich aber niemals
auf diese amtliche Stellung beschränkt. Wo irgend uneigennützige.Hingebung und Aufopferung
für Gegenstände des gemeinen Wohles in Anspruch genommen wurde, fehlte seine bereitwillige
Teilnahme nicht. Eine große Anzahl von Vereinen und Instituten hat in ihm den Vorstand
oder ein eifriges Mitglied verloren. Geehrt durch das Vertrauen seiner Mitbürger, welche
ihm die oberste Vertretung ihrer Interessen aus dem Provinziallandtage übertrugen, ist er
einer vielseitigen Tätigkeit so unerwartet und in so rüstigen Jahren entrissen, daß sein Verlust
allgemein als ein solcher gefühlt wird, der die Stadt selbst betroffen hat. (Sein Gedächtnis wird
in treuen .Herzei: fortlebe::." Der Magistrat der Stadt Magdeburg.
Magdeburg, den 31. Dezeniber 1843. Francke.
Die Ältesten der Kaufmannschaft ehrten ihren Ersten Vorsteher im Namen
des gesamten Magdeburger Kaufmannstandes in folgendem Nachrufe:
„Durch den Tod des ersten Vorstehers unsererKorporation, des .Herrn Kaufmanns und Stadt-:ats
Johann Jacob Cuny, hat die gesamte Kaufmannschaft einen schwer zu ersetzenden Verlust
e: litten. Seine aufopfernde Tätigkeit, sein steter Eifer für das Gute und Rechte, seine erfolg--:
eiche Wirksamkeit für das Veste des .Handelsstandes, sein freundliches Wohlwollen gegen jeden