8 13. Supplementäre Prinzipien der Preisbildung. ;
tionsmittel gegeben sind, die Kosten für jede verschiedene Methode berechnen
und darauf feststellen, welche die billigste ist und somit nach
dem Substitutionsprinzip vorgezogen werden soll. Es läßt sich aber
auch denken, daß eine Produktionsmethode kontinuierlich variıert
werden kann, indem gewisse Produktionsmittel andere in sehr kleinen
Dosen verdrängen, ohne daß dadurch das Produktionsergebnis verändert
wird. Wenn dies der Fall ist, muß man einen anderen Weg für
die Anwendung des Substitutionsprinzips wählen. Denken wir uns der
Einfachheit halber, daß nur zwei Produktionsmittel oder Gruppen von
Produktionsmitteln miteinander konkurrieren, daß die Produktionsmethode
also nur dadurch verändert wird, daß ein Produktionsmittel
ein anderes in sehr kleinen Portionen Schritt für Schritt verdrängt. Um
einfache Beispiele einer solchen Substitution zu gewinnen, können wir
etwa an die weite Möglichkeit der Variation der Fütterung unserer
Haustiere, oder der Düngung des Ackerbodens, oder an das gradweise
Ersetzen der Pferde der Postverwaltung durch Automobile denken.
Wenn wir einen solchen Substitutionsprozeß in einer bestimmten Richtung
verfolgen, werden wir im allgemeinen finden, daß auf jedem Punkt
eine kleine letzte Menge des einen Produktionsmittels gegen eine bestimmte
letzte Menge des anderen substituierbar ist, daß sich aber das
Verhältnis zwischen diesen substituierbaren Mengen stetig verändert.
Die Frage ist nun: wo liegt der Punkt der kleinsten Produktionskosten?
Wie weit soll das eine Produktionsmittel das andere verdrängen, welches
ist das vorteilhafteste Mengenverhältnis zwischen den beiden Produktionsmitteln?
Solange eine der substituierbaren Mengen teurer ist als
die andere, ist offenbar dieser Punkt nicht erreicht, denn dann kann eine
billigere Produktionsmethode dadurch gewonnen werden, daß noch eine
kleine Menge des einen Produktionsmittels gegen eine substituierbare
Menge des anderen ersetzt wird. Das Kriterium der billigsten Produktionsmethode
ist folglich, daß die letzten in der Produktion verwendeten,
gegeneinander substituierbaren Mengen der beiden Produktionsmittel
denselben Preis haben. Diese Gleichung stellt also das Substitutionsprinzip
für den hier betrachteten Fall dar. Sie bestimmt offenbar,
wieviel von den beiden Produktionsmitteln bei gegebenen Preisen derselben
verwendet werden soll, und stellt somit fest, welche Produktionsmethode
bei jeder besonderen Preislage der Produktionsmittel zu verwenden
ist. Damit ist die vorhandene Unbestimmtheit des Preisbildungsproblems
aufgehoben.
Wieviel von den beiden Produktionsmitteln verwendet werden
soll, hängt offenbar nur vom Verhältnis der Preise der beiden Produktionsmittel
ab. Verändert sich dieses Verhältnis zugunsten des einen
Produktionsmittels, so daß dieses im Verhältnis zum anderen billiger
wird, dann wird dieses Produktionsmittel das andere noch weiter verdrängen,
bis ein neuer „Substitutionspunkt‘“ erreicht ist, an dem
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