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unter Ausschaltung der eingetretenen Geldwertverschiebungen auf einen einheitlichen Wertausdruck
gebracht werden.
Allerdings ist es unter den gegenwärtigen Währungsverhältnissen gerade eines Teiles der bearbeiteten
Länder völlig unmöglich, einen wirklich in jeder Hinsicht einwandfreien und exakten Vergleichsmaßstab
zu finden. Auch in der Vorkriegszeit bestanden zwischen den verschiedenen Ländern, an der Parität
gemessen, beträchtliche Unterschiede im Preisniveau. Es ist daher schon nicht ganz exakt, die Vorkriegsausgaben
der einzelnen Staaten zum Vergleiche über die Parität in eine einheitliche Währung umzurechnen.
Da jedoch für die Vorkriegszeit keine Möglichkeit besteht, die Unterschiede im Preisniveau
statistisch einwandfrei zu erfassen, sind in den folgenden Untersuchungen trotzdem die Friedenswerte
aus der Landeswährung über die Parität in Mark umgerechnet worden. Konnten die dadurch
bedingten Fehler für die Vorkriegszahlen in Kauf genommen werden, so würde eine Umrechnung
der Nachkriegszahlen über die Wechselkurse zu völlig unmöglichen Ergebnissen führen, weil die Unterschiede
im Preisniveau durch die Entwicklung der Währungsverhältnisse zeitweise einen jeden zeitlichen
und internationalen Vergleich ausschließenden Umfang angenommen haben. Die Wertzahlen der Nachkriegszeit
mußten daher zunächst mittels der Indexziffern auf eine einheitliche Kaufkraftbasis umgerechnet
werden, für die die Verhältnisse der letzten Vorkriegszeit zugrunde gelegt wurden. Diese auf Vorkriegskaufkraft
reduzierten Ziffern der Landeswährung der betreffenden Länder wurden dann, soweit
internationale Vergleiche anzustellen waren, über die Vorkriegsparität auf »Mark« umgerechnet. Bei der
Umrechnung auf Vorkriegskaufkraft ergab sich die große Schwierigkeit, daß die Indices der verschiedenen
Länder, mittels deren eine derartige Umrechnung auf Vorkriegskaufkraft allein möglich war, nicht ohne
weiteres vergleichbar sind. Es mußte überhaupt die Frage aufgeworfen werden, ob es richtig ist, alle
Ausgaben mit Hilfe des gleichen Index umzurechnen, oder ob man nicht etwa z. B. die Personalausgaben
nach einem Gehaltsindex, die Sachausgaben je nach ihrer Eigenart nach Spezialmaßstäben auf Vorkriegswerte
zu bringen hätte. Auf diese, unter manchem Gesichtspunkt bessere Methode mußte jedoch verzichtet
werden, weil hierdurch erst recht keine brauchbaren Unterlagen erzielt worden wären; so fehlt
z.B. völlig ein vergleichbarer Gehaltsindex, auch enthält jede Art der Umrechnung so viele neue Fehlerquellen,
daß es zwecklos ist, hier mit komplizierten Methoden eine doch nicht erreichbare Verfeinerung
zu suchen. Die Arbeit mußte sich daher darauf beschränken, mit Hilfe einer einheitlichen Umrechnungsmethode
eine ganz rohe Vergleichsmöglichkeit anzustreben,
Schwierigkeiten bot die Wahl des Termins für die Umrechnung, d. h. die Frage, welcher Preisstand
für die Aufstellung der Etats als maßgebend betrachtet werden sollte. Es ist, wie im Abschnitt 1
dieses Kapitels dargelegt wurde, nicht genau bekannt, wann die einzelnen Ministerien ihre Vorschläge
zum Etat einreichen und inwieweit nachträglich (d.h. bis zur Vorlage des Etats an das Parlament)
Korrekturen für inzwischen eingetretene Gehaltserhöhungen oder Preissteigerungen vorgenommen werden
können. Es dürfte jedoch den tatsächlichen Verhältnissen nahe kommen, wenn bei allen Etats der Preisstand
von etwa 5 bis 6 Monaten vor dem Vorlagetermin der Umrechnung zugrunde gelegt wurde,
Als Meßziffer der Kaufkraftveränderung wurde die Mitte zwischen dem Stande des Lebenshaltungsindex
und des Großhandelsindex gewählt, da diese beiden Maßstäbe zusammengenommen ein einigermaßen
getreues Bild des Preisniveaus geben dürften (vgl. hierzu die Übersichten auf S. 449 ff).
Demnach betragen die Umrechnungsziffern für
Großbritannien (Vorlage des Etats am 25.2.1925) ........ 170
Frankreich (Vorlage des Etats am 1.8.1924)............. 450
Belgien (Vorlage des Etats am 22. 10.1924) .......... .. 530
Italien (Vorlage des Etats am 20. 12. 1924) .............. 50C
Es wurde mit runden Ziffern gerechnet, um auch hierdurch zum Ausdruck zu bringen, daß diese
Umrechnung nur einen annähernden Maßstab abgeben soll. Bei dem Vergleich der Nachkriegswerte
in Mark V orkriegskaufkraft« wurden die mit Hilfe dieses Index auf Vorkriegskaufkraft gebrachten
Originalziffern über die Wechselparität umgerechnet. Sämtliche Markbeträge stellen demnach Vorkriegskaufkraft
dar.
On Anbetracht der geschilderten Unzulänglichkeit der zugrunde gelegten Umrechnungsmethoden können
die umgerechneten Ziffern nur zu rohen Vergleichen geeignet sein. Bei der auswertenden Benutzung der
"a. A NN Harn die Fehlerquelle der Umrechnung gedanklich in Rechnung gestellt werden.
N 1 ) glichkeit rechnen, daß alle Abweichungen, die die Höhe von
10 vH nicht überschreiten, auf den Fehlerquellen der Umrechnung beruhen können.
Für die Erkenntnis der großen Unterschiede in der Finanzgestaltung, auf die es bei dieser Untersuchung
ankommt, dürfte die hier angewandte Umrechnungsmethode genügen; die großen Linien der Entwicklung
und der typischen nationalen Unterschiede treten deutlich hervor. Trotz der erforderlichen Einschränkungen
zeigt das Ergebnis, daß diese Methode bei sinnvoller Auswertung als gerechtfertigt und unentbehrlich
erscheint:
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