Full text : Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Beharren bei der einmal angenommenen Fabrikationsmethode
 der niederländischen Industrie und versetzte sie ins Hintertreffen?).

Noch einige mehr oder weniger umfangreiche, alle aber zeitweilig
 wirtschaftlich wertvolle Industrien mögen angeführt werden.
Eine spezifisch holländische Industrie war die
der Fayencen , ihr Sitz namentlich Delft. Ende des 17. Jahrhunderts
 aufkommend, hat sie im 18. eine hohe Blüte erlebt und
selbst die französische Industrie dieser Art in ihren Leistungen
übertroffen; sie arbeitete stark für den Export?). Auch im Haag
suchte man die ihr verwandte Porzellanindustrie ansässig zu
machen; die dort von 1776—1790 bestehende Porzellanfabrik hat
schöne Ergebnisse geliefert?). Die Ostindische Kompanie hatte
schon im 17. Jahrhundert sich eifrig um die Einfuhr chinesischer
Porzellane bemüht; im 18. ging Porzellan als Ballast mit den Teeladungen
 der Kompanie nach Europa%). Die Delfter Industrie
ging Ende des Jahrhunderts zurück, namentlich infolge des Wettbewerbs
 des englischen Steinguts, das deshalb mit hohem Zoll belegt
 wurde. Im Jahre 1809 gab es in Delft nur noch 6 Fabriken
alter Art, jede mit 24—30 Arbeitern®). Gefärbte Kacheln und z. T.
auch Fayencen stellte man auch in Rotterdam her; dazu verwandte
 man Doorniksche und Delftsche Erde und Ton®).
Von Bedeutung war einst die Pfeifenfabrikation.
Als im Beginn des 17. Jahrhunderts das Tabakrauchen in den
Niederlanden um sich griff, führte das zuerst zum Gebrauch von
Steinpfeifen; dann wurden Tonpfeifen aus England eingeführt.
Englische Tabakpfeifenmacher ließen sich 1620—1630 in RotteräNemnich,
 S.ı12.
2) Memoires s. 1. commerce des Holl., S. 35; Le Moisne del’Espine,
S. 45; Volkmann, 5S. 184f.; Beckmann, 5S. 356 f.
3ı van Gelder, De Haagsche Porcelleinfabriek; ferner derselbe, Twee
negotiaties; van Riemsdijk, Loodrechtsche porceleinfabriek.
4 van Gelder, Gegevens; J.de Hullu, Porceleinhandel usw.
5) Nemnich, S. 240. ff.
6) Auch die Esterichsteine ‚„Asterich‘‘, „„,Astrachen‘‘, die im 17. Jahrhundert
in großen Mengen von Holland, insbesondere von Hoorn, nach Hamburg, Schleswig-Holstein
 usw. verführt wurden, und die als Wand- und Fußbodenbelag dienten,
waren wohl Kacheln gewöhnlichster Art (Baasch, Hamb. Seeschiffahrt, S. 375;
Rehder, S. 2712, 276).
            
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