fullscreen : Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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1884  32,  1888  nur  noch  28  und  heute  soll  nur  noch  eine  dieser
älteren  Baugenossenschaften  in  München  bestehen. 1 )
Die  Hauptschwierigkeiten,  mit  welchen  die  Baugenossenschaften ­
  damals  zu  kämpfen  hatten,  lagen  darin,  daß  sie  sich
nicht  in  genügendem  Umfange  unkündbares  Kapital  beschaffen
konnten  und  daß  die  Haftung  der  Mitglieder  eine  unbeschränkte ­
  war.  Die  Kapitalbeschaffung  war  für  die  Baugenossenschaft ­
  weit  schwieriger,  als  für  die  anderen  Genossenschaften, ­
  und  die  unbeschränkte  Haftung  bildete  das  Haupthindernis, ­
  das  der  Möglichkeit  einer  derartigen  Kapitalbeschaffung ­
  im  Wege  stand.  Im  Jahre  1889  wurden  diese
Hauptschwierigkeiten  beseitigt.  Das  Genossenschaftsgesetz,
das  am  1.  Mai  d.  J.  erlassen  wurde,  ermöglichte  die  Gründung
von  Genossenschaften  mit  beschränkter  Haftung  und  die
lnvaliditäts-  und  Altersversicherung,  die  durch  ein  Gesetz
desselben  Jahres  ins  Leben  gerufeu  wurde,  sammelte  Kapitalien
an,  die  den  Baugenossenschaften  zu  niedrigem  Zinsfuß  zur
Verfügung  gestellt  wurden.  Von  da  an  nahm  die  Zahl  der
Baugenossenschaften  schnell  wieder  zu.  Im  Jahre  1890  belief
sich  ihre  Zahl  wieder  auf  52,  Ende  1897  auf  165,  1898  auf
244,  1899  322  und  1900  auf  378.
Das  Vorbild,  nach  welchem  diese  neuen  Baugenossenschaften ­
  organisiert  wurden,  war  nicht  das  durch  die  englischen
Building  Societies  gegebene,  sondern  es  war  der  Arbeiterbauverein ­
  in  Kopenhagen. 2 )  Dieser  Bauvereiu  wurde  im  Jahre
1865  von  den  Arbeitern  der  Firma  Burmester  &  Wain  in
Kopenhagen  gegründet.  Er  nimmt  jeden  für  die  Dauer  von
10  Jahren  als  Mitglied  auf,  welcher  2  Kronen  einzahlt  und
sich  zu  einem  wöchentlichen  Beitrag  von  35  Öre  verpflichtet,
wodurch  er  einen  Geschäftsanteil  von  20  Kronen  erwirbt.
Mit  den  Kapitalien,  die  in  dieser  W r eise  Zusammenkommen,
baut  der  Verein  jährlich  eine  Anzahl  Häuser,  welche  unter
diejenigen  Mitglieder,  die  voll  eingezahlte  Anteile  besitzen,
verlost  werden  und  dann  noch  10  Jahre  unter  Aufsicht  des
Vereins  bleiben.  Wer  nach  10  Jahren  kein  Haus  'erhalten

’)  Wohlgemuth  -  Schneider,  Taschenbuch  für  Baugenossenschaften, ­
  Berlin  1890,  S.  9.
2 )  Vg.  Trüdinger,  S.  104.
            
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