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des Boykotts ins endlose ganz und gar nicht im Interesse der Arbeiterbewegung
gelegen sei, und warnten davor, den Einbläsereien der an der
Fortsetzung des Boykotts interessierten Geschäftsleute Glauben zu schenken.
Etwas später erklärte Friedrich Engels in einem Brief, den der „Vorwärts"
im Auszug abdruckte, die englischen Arbeiter würden bis an die Decke der
Paulskirche springen, wenn sie einen Arbeitsnachweis zugebilligt erhielten,
wonach Unternehmer die Abweisung eines ihnen vom Nachweis zugesandten
Arbeiters vor einem Schiedsgericht zu rechtfertigen hätten. In dreizehn
von den sechzehn Versammlungen schlugen denn auch die Gründe der
Boykottkommission durch, mit meist überwältigend großen Mehrheiten wurden
die Friedensabmachungen gutgeheißen, und in der Nummer des „Vorwärts"
vom 29. Dezember ward das Ende des Bierboykotts mit folgender Bekanntmachung
angezeigt:
„Auf Grund der in den gestrigen Volks-Versammlungen gefaßten
Beschlüsse ist der
Bierboykott für Berlin und Amgegend aufgehoben.
Parteigenossen! Nach achtmonatlichem Ringen hat der uns durch
das Anternehmertum aufgezwungene Kamps einen für uns höchst ehrenvollen
Abschluß gefunden. Dieser Ausgang ist einzig der kraftvollen
Tätigkeit der organisierten Arbeiter Berlins zu danken, ohne deren
unermüdliche Arbeit und hingebenden Opfermut es nicht möglich gewesen
wäre, den Boykott so, wie geschehen, durchzuführen und zu beenden.
Genossen! Wir halten uns für verpflichtet, allen, die uns in diesem
Kampfe so erfolgreich unterstützt haben, im Namen der Partei hierfür
zu danken. Wir haben die Aberzeugung, daß, wenn ähnliche Kämpfe in
Zukunft notwendig werden sollten, die Berliner Arbeiter in gleicher
Weise ihre Pflicht tun werden, um die Ehre, die Würde und die
Interessen der Arbeiterklasse zu wahren.
Loch die Sozialdemokratie!
Berlin, den 29. Dezember 1894.
Die Boykottkommission.
Gumpel. Lilpert. Mattutat. Millarg. Singer."
Nachträglich fand die Friedensabmachung auch in den Wahlkreisen
und Orten Annahme, wo die Abstimmung vertagt worden war oder ein
negatives Resultat ergeben hatte. In Rixdorf, dem Ort, wo der Boykott
seinen Anfang genommen hatte, hing man am zähesten an ihm. In der
auf den 30. Dezember anberaumten Fortsetzung der Versammlung vom
28. Dezember ging es fast noch stürmischer her, als am ersten Abend.
Aber die Argumente von Singer, Auer und Lilpert zugunsten des Beschlusses
der Boykottkommission und die scharfe Zurückweisung, welche sie
den gegen sie ausgestreuten Verdächtigungen zuteil werden ließen, bestimmten
auch hier schließlich die Mehrheit der Genossen, der Beendigung des Kampfes
zuzustimmen.
Damit war die Opposition gegen die Friedensabmachung freilich noch
nicht völlig zum Schweigen gebracht. Namentlich bei den sozialdemokratischen
Gastwirten war sie noch sehr stark, ebenso bei den Brauergesellen, die
zu den Ausgesperrten gehört hatten. In ihrem Zorn versäumten diese es,
sich die Karten zur Wahl des Kuratoriums des neuen Arbeitsnachweises
zu besorgen, und klagten hinterher, daß die Friedensbedingungen nicht eingehalten
worden seien. Erst als eine von der Gewerkschaftskommission ver-