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Pommern bis nach Danzig und nach dem Osten lief, aber in seinem
östlichen Teile durch die preufsische Staatspost zerstört war, 1 ) in
Verkehr stand und aufserdem die englische Post empfing, die thurn-
und taxissche Reichslehenpost, und die Territorialposten, in Bremen
die hannoversche, die preufsische, die hessische und die olden-
hurgische.
Die hannoversche Post hatte an dem Besitztum, das Hannover
seit 1719 als Rechtsnachfolger Schwedens und des Erzbischofs in
der Stadt Bremen besafs, eine feste Stütze. Ältere Versuche, ein
eigenes Postamt in Bremen zu errichten (1683 etc.) blieben ohne
Erfolg. Ein völlig selbständiges getrenntes Postamt wurde erst 1736
errichtet, bis dahin war der Stadtpostmeister gleichzeitig Verwalter
des hannoverschen Postwesens in Bremen. Mit der Aufgabe des
stadtbremischen Besitzes 1803 erwarb Hannover durch Vertrag Rechts
boden für seine Post. Das hannoversche Postamt besorgte die
Korrespondenz von und für die hannoverschen Staaten.
Die preufsische Post war mit der Afrikanischen Kompagnie und
der Besetzung Emdens und Greetsyls 1682 durch die Brandenburger
von Minden über Uchte, Bassum nach Bremen und von da ab durch
das Oldenburgische nach Ostfriesland gelegt worden. Der bremische
Postmeister hatte 1685 zuerst die Besorgung übernommen. Die
Briefpost und das Postamt waren dann aber 1727 dem taxisschen
Postmeister übertragen worden, während die Fahrpost noch von dem
bremischen Postmeister gestellt wurde. Diese Postroute schlofs in
Minden an den grofsen Kleve-Berliner Kurs an, und alle Briefe nach
und von Preufsen sowie die Porti waren vertragsmäfsig der preufsi-
schen Post Verwaltung zuzuführen. 2 )
Die hessische Post über Bassum, Minden, Uchte nach Kassel,
die die hessenkasselschen Teilgebiete und, da seit 1699 ein selbstän
diges hessisches Postamt in Frankfurt a. M. bestand, 8 ) auch Frank
furt mit dem Norden verband, mufste die bei der Errichtung durch >
Landgraf Wilhelm von Hessen im Einvernehmen mit seinem Bruder
Landgraf Friedrich, König von Schweden, 1736 beabsichtigte und
auch zunächst eingeführte Verbindung mit dem stadtbremischen Post-
') b. Heinrich Stephan, Geschichte der Prenfsischen Post, Berlin
1859, S. 19 ff. ii. a.
2 ) Di® ältere preufsische Postgeschichte in Bremen ist bei Stephan,
Geschichte der Prenfsischen Post, 1859, des genaueren dargestellt, s. S. 38, 79,
153, 160, 211, 240, 355, 459, 496 ff. u. a.
8 ) Heinrich Meidinger, Die Fürstlich Thurn- und Taxissche Post
anstalt, Jahrbuch des Vereins für deutsche Statistik, II. Jahrg., 1848, S. 855.