Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Pferdewechsel,  hatten  aber  ebenso,  wie  sie  sonst  an  die  Post  eine
Gebühr  zu  zahlen  hatten,  wenn  sie  mit  dem  Rayon  der  Extraposteinriehtung
  in  Konflikt  kamen,  in  Bremen  an  die  Ordonnanz  zu
zahlen.  Die  Ordonnanz  nahm  in  Bremen  in  bezug  auf  durchreisende
Personen  die  Stellung  einer  Extrapost  ein,  und  war  daneben  durch
besondere  Verträge  gegebenenfalls  an  der  ordinären  Post  durch
Übernahme  der  Beförderung  beteiligt. 1 )  Es  sind  städtisch  bewurzelte
Einrichtungen,  ursprünglich  zusammengesetzt  aus  Botenanstalt  und  1
Fuhrmannsgilde  und  allmählich  nach  dem  Muster  der  fürstlichen
und  Reichspost  in  eine  diesen  ähnliche  Organisation  überführt.
Holland  ist  am  meisten  in  dem  Bann  der  alten  städtischen
Entwicklung  geblieben,  die  alten  umgemodelten  Botenanstalten
bestanden  als  städtisch  verwaltete  Posten,  bis  1752  die  Provinz
Holland  die  staatliche  Post  durchführte  bezw.  nach  Beschluss  des
gesetzgebenden  Körpers  der  batavischen  Republik  von  1799  —1803
*)  Ordonnanz-  (Personenfulirwerks-)  Akten  des  Bremer  Staatsarchivs,
Frachtfuhrwerksakten.  Eine  ähnliche  markante  Entwicklung  noch  der  neueren
Zeit  haben  auch  die  Leipziger  Landkutscher  gehabt  (Leipziger  Stadtarchiv).
[In  Hamburg  Blanks  Mandatensammlung],  ähnlich  in  Kostock  u.  a.  a.  0.  Zum
Hamburger  Botenverkehr  erschien:  Alfred  Karll,  Hamburger  Verkehrswesen  >
bis  zur  Mitte  des  17.  Jahrhunderts,  Archiv  für  Kulturgeschichte,  V.  Bd.,  1907,
S.  311  ff.  S.  zur  neueren  Post-  und  Extraposteinrichtung  sowie  zur  allgemeinen ­
  und  taxisschen  Postgesohichte  die  reiche  Postliteratur.  Eine  Reihe
Schriften  nennt  z.  B.  F.  C.  Huber,  Geschichtliche  Entwicklung  des  modernen
Verkehrs,  Tübingen  1893,  S.  VII;  Stephan,  Gesch.  d.  Prenfs.  Post,  S.  199,
200,  329,  441;  K.  Frankenstein,  in  R  van  der  Borght,  Das  Verkehrswesen, ­
  Leipzig  1894,  S.  463  ff.;  R.  van  der  Borght,  in  Eisters  Wb.  d.
Vw.,  II.  Bd.,  1898,  S.  365;  P.  D.  Fischer,  in  Conrads  Hdwb.  d.  Stw.,
VI.  Bd.,  1901,  S  169  ff.  Neuere  Bremer  Ordnungen  in  der  Sammlung  der
Verordn,  und  Proclame  des  Senats  der  freyen  Hansestadt  Bremen  1751—1810,
Bremen  1820,  1813  ff,  Bremen  1814  ff.;  Victor  Böhmert,  Handelsarchiv  etc.
Die  Bremer  Mietkutscher  sollen  namentlich  in  der  französischen  Zeit,  als  viele  Leute
ihre  Equipagen  äbschafften  (früher  nur  Hotelmietequipagen),  aufgekommen  sein  >
(Bremer  Staatsarchiv).  Droschken  auf  öffentlichen  Halteplätzen  wurden  in  Bremen
zuerst  1840  durch  einen  Unternehmer  Joh.  Ludwig  Ickler,  seit  1845  unter  Beteiligung
weiterer  aufgestellt  (Polizei-Bekanntmachung  vom  7.  Mai  1840,  14.  Juni  1845,
Sammlung  der  Verordnungen  und  Proklame  des  Senats  der  freien  Hansestadt
Bremen  im  Jahre  1840,  S.  40,  no.  10,  1845,  S.  23,  no.  18).  Die  regelmässigen
Linienwagenfahrten  von  Neukirch  &  Co.  zwischen  Steintor  und  Stephanitor
begannen  1866  [(Je  an  eil),  De  Dijon  ä  Bröme  1870—71,  Paris  1871,  p.  184:
„Breme  15.  janvier  1871  .  ..  tous  les  Services  publics  brillent  par  leur  perfection.
J’admire  surtout  les  Omnibus..,  sous  ce  rapport  Paris  est  inferieur  ä  Breme.
L’omnibus,  large  caisse  ä  seize  places,  s’ouvre  ä  Barriere  par  une  poite  en
glace,  et  sur  les  coussins  moelleux,  on  se  chauffe  ä  un  petit  poele,  dont  le
tuyau  sort  dans  le  dos  du  cocher,  Ces  confortables  machines  roulent  lentement,
            
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