Contents : Versand- und Zollvorschriften im Verkehr mit dem Ausland [Im Aufl. d. Bergischen Industrie u. Handelskammer zu Reimacheid zusgest u. bearb von d. Zollauskunftstelle d. Handelskammer]

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als gleichberechtigt anerkannt wurden. Im Jahre 1873 wurde aber die
schon seit längerer Zeit eingestellte Prägung der Silber-Dollars zu
gunsten der Papierwährung gesetzlich verboten. Doch schon im
Jahre 1878 war in den Anschauungen eine Aenderung eingetreten.
Man wünschte den in jener Zeit gesunkenen Silberwert durch ausgedehntere
 Silberprägungen wieder zu heben nnd bestimmte durch die
sogenannte Blandbill, daß in jedem Monat für mindestens 2 Millionen
Dollars zur Ausprägung gelangen sollten, und die Silber-Dollars wurden
als gesetzliches Zahlungsmittel von neuem anerkannt. Als durch diese
Maßregel der Zweck, den Silberwert zu erhöhen, nicht erreicht wurde,
erhöhte man den monatlichen Ankauf von Silber durch die sogenannte
Shermanbill vom 14, Juli 1890 auf 4%, Millionen Unzen pro Monat,
doch schon 1893 wurde die Bill wieder aufgehoben. Thatsächlich bestand
 mithin in den Vereinigten Staaten bis dahin die Doppelwährung,
 die allerdings eine hinkende war, da die Silberprägung nicht
freigegeben wurde. Die sogenannte Bryanbewegung in der Wahlcampagne
 von 1895 ging darauf hinaus, die Silberprägung zu dem gesetzlich
 fixierten Wertverhältnis von 1: 15,988 freizugeben. Durch die
Wahl Mac Kinley’s wurde die Freigebung aber verhindert. Durch Gesetz
 vom 13. März 1900 ist nun der Gold-Dollar zur Grundlage des
amerikanischen Münzwesens erklärt.
In dem britischen Indien besteht noch jetzt die Silberwährung,
 doch wurde 1893 die freie Silberprägung sistiert und der
Wert der Silberrupie auf 16 P. fixiert, seitdem ist die Währung mithin
eine hinkende. Augenblicklich ist die englische Regierung bestrebt,
dort allmählich den Uebergang zur Goldwährung einzuleiten. Japan
ist 1897 von der Silber- zu der Goldwährung übergegangen. Oesterreich
 hat durch das Gesetz von 1893 einen Anlauf genommen, nicht
nur die Papierwährung zu beseitigen, sondern sie durch «die Goldwährung
 zu ersetzen, indem der Papiergulden zum festen Wert von
1,70 Mk. in Gold angesetzt wurde. In der gleichen Weise hat Rußland
 begonnen, sich durch Gesetz von 1897 von der Papierwährung
zu befreien und das Papier durch Gold zu ersetzen, nach dem Verhältnis
 von 100 Rubeln zu 216 Mk. So ist in der neueren Zeit in der
Verbreitung der Goldwährung ein wesentlicher Fortschritt gemacht, das
Silber ist thatsächlich demonetisiert und damit fast auf die gleiche
Stufe, wie etwa das Kupfer degradiert.
Untersuchen wir nach dieser Darstellung der thatsächlichen Verhältnisse
 die theoretische Seite der Frage,

Bedeutung
2äiner einheitlichen
 Basis
ür den internatıonalen

Verkehr

$ 36.
Die theoretische Grundlage der Währungsfrage.
Das Natürliche und Wünschenswerte ist unzweifelhaft, daß ein
Metall die Grundlage für den gesamten internationalen Haudelsverkehr
bildet, also das gleiche Währungsmetall in der gesamten civilisierten
Welt acceptiert wird. Denn jede Verschiedenheit zwischen zwei in
Handelsbeziehungen stehenden Ländern erschwert die Zahlung und bringt
Schwankungen in den Wert der Zahlungsmittel, wodurch die Spekulation
 zu einer unsicheren wird. Das Bedürfnis, mit den Ländern, mit
welchen die hauptsächlichsten Handelsbeziehungen bestehen, die gleiche
Zahlungsgrundlage zu erlangen, veranlaßte Deutschland, im Jahre 1871
lie Silberwährung aufzugeben und die Goldwährung zu acceptieren, die
            
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