Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Noppen, Cord Cöper, der bereits 1639 als Schiffbauer in 
Vegesack verkommt, seit 1675 auf dem Hafen am alten Tief 
Schiffe kalfaterte und Schmacken, Kähne, Eichen und Böcke 
baute. (1765 Verlegung der Werft nach der Mündung der 
Aue.) 1814 kaufte Lange die Werft, die er dann zuerst 
am linken Ufer der Aue vergrößerte 1 ). Lange hat in 
40 Jahren bis zu seinem Tode im Jahre 1844 über 
200 Seeschiffe und gröfsere Flufsfahrzeuge, über 300 Boote 
gebaut, 1816 baute er auch das erste Dampfschiff der 
Weser und Deutschlands 2 ), die Weser, für Rechnung von 
') L. Halenbeck, Geschichte der Stadt Vegesack, Vegesack 1893, 
S. 42, 43, 144 ff., 181, 189; (A. J. Strömberg, Amnarkninger angaende 
Handelen och Sjo-Farten, Stockholm 1760); A. Storck, Ansichten der freien 
Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen, Frankfurt a M. 1822, S. 641 ff. 
Zu erwähnen ist noch für die älteste Zeit die Reparatureinrichtung des Hafen 
meisters. Die hansischen Rezesse, wie die einzelnen Stadtreohte stützten den 
heimischen Schiffbau mit der heimischen Schiffahrt, durch Schiffs-Kaufs- und 
Verkaufs-Verbote, Verbot von Geld- und Materialdarlehen an Gäste, von Bau 
durch Gäste. Das Gebot, die Schiffe in Bremen zu bauen, war im Anfang des 
Vegesacker Schiffbaus, wie in den benachbarten Orten hinderlich (Vgl. a. 
Kundige Rolle; für Münden W. Lotze, Geschichte der Stadt Münden, 
Münden 1878, S. 236; Sello erwähnt zu Brake im folgenden, dafs Werften 
nicht näher als eine Meile gelegt werden sollten). — Die Langesche Werft baute 
seit 1844 auch eiserne Schiffe (Flufsdampfer Gutenberg, später Bremen; 1864 
den ersten transatlantischen an der Weser gebauten Dampfer Smidt; 1874 den 
Schleppdampfer Neptun, den ersten mit allen Maschinenteilen an der Weser 
hergestellten Dampfer). 
a ) Die annähernd gleichzeitigen Fahrten sollen Probefahrten englischer 
Böte, die ohne Folgen blieben, gewesen sein, s. G. C. Kindt, Die erste Dampf 
schiffahrt auf der Weser und ihr Begründer Friedrich Schröder, Abhandlungen 
herausgegeb. vom naturwissenschaftlichen Vereine zu Bremen, I, Bd, 3. Heft 
1868, S. 332; er schreibt der Weser den Ruhm der ersten regelmäfsigen Dampf 
schiffahrt zu. Fahrten auf der Elbe und auf der Spree zwischen Potsdam und 
Berlin werden 1816 u. w. 1817 im I. Jahrgang des bremischen Bürger-Freunds, 
Nr. 94, S. 762 und in der Fortsetzung des Artikels im II. Jahrg. Nr. 61 u. 66, 
erwähnt. Auf der Oder wurde 1825 die erste Flufsdampfschiffahrt eingerichtet, 
und auf dem Rhein 1820 (1818 engl. B.) der erste Dampfer von einer nieder 
ländischen Gesellschaft nach Köln hinaufgesandt, (v. Treitschke, III, Teil, 
1903, S. 465; G. Kemmann, in Max Goitel, Der Siegeslauf der Technik, 
Stuttgart 1908, Bd. III, S. 8; Schwabe, Die Entwicklung der deutschen 
Binnenschiffahrt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, Verbandsschriften des 
Deutsch-Oest.-Ungar. Vbds. für Binnenschiffahrt, Nr. XLIV., Berlin 1899, S. 6.) 
Auf der Ems begann die Dampfschiffahrt 1844. (Reinhold, Praktische An 
weisung, Frachtfahrzeuge für Ströme, Flüsse und Canäle aus Eisen zu erbauen, 
Berlin 1852, S. 33.) Vgl. neuerdings: Hermann R aschen, Die Weser, das 
erste deutsche Dampfschiff und seine Erbauer, Sonderabdruck ans d. Jahrb. der 
Schiffsbautechn. Gesellsch., m. 14 Abbild., Berlin 1908, S. 16 ff., 35 ff.
	        
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