VIT. Capitel.
Die Wecliselcourse und der internationale Handel.
Es soll nun untersucht werden, welchen Einfluss die Wech-'
selcourse auf die internationalen Handelsbeziehungen üben.
Dabei ist auf Zweierlei Rücksicht zu nehmen, erstlich auf die
Wirkung der Coursdiflerenz an sich, zweitens auf diejenige
der mit den A\’’echselcourseii Hand in Hand gehenden Edel
metallströmung.
Wenn die Wecliselcourse für ein Land ungünstig stehen,
so heisst das, dass dasselbe bei Begleichung seiner internatio
nalen Verpflichtungen stets noch einen Zuschlag zu den lau
fenden Zahlungen in Eomi von Courseinbussen gewähren muss.
Ein günstiger Wechselcours dagegen ermöglicht dem Lande
die Heschatfung der Zahlungsmittel an das Ausland zu billigen
gewinnbringenden Coursen. Dabei ist nun zu unterscheiden
zwischen dem Wechselcourse , wie er im Momente des Geschäfts
abschlusses vorhanden war, und jenem, wie er zur Zeit der
vollständigen Abwicklung, wenn nämlich die ausgestellten
Wechsel zur Zahlung präsentirt werden, sich ergeben kann.
Die in der Zwischenzeit eintretende Veränderung schlägt
naturgemüss zum Vortheile derjenigen , die fremde Wechsel
zu kaufen, und zum Nachtheile derjenigen aus, die solche zu
verkaufen haben, wenn der Cours für das eigene Land günstig
wird, und umgekehrt. Es gewinnen also die Exporteure,
wenn sich die Zahlungsbilanz verschlimmert, die Importeure,
wenn sie sich verbessert. Aber da sich Gewinn und Verlust der