Eisenbahnlinien entlang sind Untersuchungen vorgenommen worden,
und man hat hierbei wohl die größten zusammenhängenden KEisenerz-
mengen. der Welt entdeckt.
In Brasilien sind Eisenerzlagerstätten angetroffen worden, die das
hochwertigste und hochprozentigste Roteisenerz führen, das überhaupt
bekannt ist. Die Mengen in diesen Lagerstätten können auf einige Mil-
liarden Tonnen geschätzt werden. Schon seit langer Zeit haben
deutsche Firmen ein wesentliches Interesse an diesen wertvollen Lager-
stätten genommen, jedoch stellen sich der Ausnutzung dieser Vor-
kommen noch sehr erhebliche Hindernisse entgegen. Da die erwähnten
Lagerstätten Brasiliens nicht in der Nähe der Küste, sondern Hunderte
von Kilometern von dieser entfernt liegen, so würde eine Inangriffnahme
dieser Grubenfelder den Bau neuer Bahnen bzw. den Ausbau vorhan-
dener Bahnen und die Errichtung kostspieliger Hafenplätze bedingen.
Dazu kommt, daß die von der brasilianischen Regierung erteilten Kon-
zessionen zur Ausfuhr der brasilianischen Eisenerze unter gewissen not-
wendigen Erleichterungen vorerst noch von der Errichtung bedeutender
Hüttenwerke im Lande selbst abhängig; gemacht sind.
Die Lagerstätten in Chile, welche genau wie die brasilianischen auf
viele Milliarden Tonnen geschätzt werden können, und an denen
deutsche und holländische Firmen gemeinsamen Einfluß nahmen, liegen
günstiger zur Küste. Dafür ist aber hier wieder der Seeweg nach dem
guropäischen Kontinent wesentlich länger, so daß sie, ihrem relativen
Werte nach, den brasilianischen. Erzen gleichgestellt werden können.
Es muß hier erwähnt werden, daß für eine Verschiffung dieser süd-
amerikanischen Erze die normale Linien- und Trampschiffahrt nicht
in Frage kommt, sondern daß man sich auf eine besondere, eigens für
diesen Zweck gebaute Erzflotte würde stützen müssen. .
Aus vorstehendem folgt, daß zur Inbetriebnahme dieser an sich
außerordentlich interessanten und großen Vorkommen, die schon: ge-
eignet wären, in ihrer Qualität die deutsche Hüttenindustrie unabhän-
gig vom Markte zu machen, sehr hohe Kapitalien notwendig sind, deren
angemessene Verzinsung nicht unbedingt gesichert erscheint, so daß
wohl noch lange Jahre vergehen, bis die Eisenindustrie aus eigener
Kraft und auf eigenes Risiko solche Vorkommen wird in Angriff nehmen
können.
Österreich,
Von den Österreich nach dem Friedensdiktat verbliebenen geringen
Erzreserven ist nur noch das Spateisensteinvorkommen der Österrei-
chisch-Alpinen Montangesellschaft am „Erzberg‘“ mit seinen auf 60 Mil-
lionen Tonnen geschätzen Vorräten nennenswert,
Diese Erze, deren Bezug durch entgegenkommende Tarifmaß-
nahmen. der deutsch-österreichischen Bahnen unter Ausnutzung des
Leermaterials für die an die Hütten der Österreichisch-Alpinen Montan-
gesellschaft gehenden Kokssendungen ermöglicht worden ist, haben
folgende Gehalte:
44% Fe 3% Mn 7% SiO, 11% CaO 6% MgO 0,02% P 0,15% S.
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