Die Angaben beziehen ‚sich auf das jeweilige Reichsgebiet; dementsprechend
sind sie für Frankreich bei dem Durchechnitt 1909/1913
und für 1913 ohne Elsaß-Lothringen, ab 1925 einschließlich Eleaß-Lothringen,
die Angaben Durchschnitt 1909/1913 und 1913 nur für
Belgien und erst ab 1925 für Belgien und Luxemburg erfolgt. Aus
Lothringen wurden 1913 rund 1.100 000 t (Eisengehalt), aus Luxemburg
1913 rund 400000 t (Eisengehalt) nach den Zahlen der Verkehrsestatistik
in das heutige Reichsgebiet versandt, die für die Gesamtbeurteilung
des deutschen Bezugs berücksichtigt werden müssen.
.. Die Zahlen spiegeln die jähe Entwicklung wider, die sich infolge des
Wegfalls von Elsaß-Lothringen und des Ausscheidens von Luxemburg aus
dem deutschen Zollgebiet ergab, woher ein. wesentlicher Teil des Bezugs
an phosphorhaltigen Erzen in das heutige Reichsgebiet erfolgt war. Es
ist nicht möglich, die Einfuhrzahlen der hochphosphorhaltigen Erze in
das heutige Reichsgebiet für das Jahr 1913 zuverlässig zu ermitteln,
aber hinreichend sicher kann man feststellen, daß jedenfalls in der
Bedeutung der einzelnen Länder für den deutschen Bezug beachtliche
Veränderungen eingetreten sind. Infolge des Vertrages von Versailles
ging das Eigentum an den Lagerstätten in Elsaß-Lothringen und in
Nordfrankreich verloren, die eine stetige Versorgung; mit phosphorhaltigen
Erzen gewährleistet hatten. Der Verlust machte sich um 6o
mehr. geltend, als in den Jahren nach Beendigung des Krieges, insbesondere
bis zum Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages
und der damit verknüpften sonstigen Vereinbarungen, der marktmäßige
Bezug der französischen Erze in besonderem Maße unsicher war. Ein
sehr erhöhter Teil der Bedarfsdeckung ist deshalb aus anderen Bezugsgebieten
erfolgt. So hat sich die deutsche eisenerzeugende Industrie auf
die Verhüttung der phosphorhaltigen Eisenerze aus Schweden und Norwegen
eingestellt. Dabei kam der Industrie zugute, daß zwar die Erze
eine weitere Strecke zu befördern sind, daß sie aber einen wesentlich
höheren Gehalt an metallischem Eisen besitzen als Minetteerze, so daß
die Frachtkosten für die Einheit metallischen Eisens nicht proportional
dem verlängerten Transport steigen; auch wird im Hochofenprozeß bei
Verwendung dieser hochwertigen Erze weniger Koks verbraucht. Zugleich
hat man sich zur Verwendung gering phosphorhaltiger Erze entschlossen,
denen Phosphor in Form von Phosphatkreide oder in ähnlichen
Formen beigegeben wird, um damit den unmittelbaren Bedarf an
hochphosphorhaltigen Erzen‘ zu mindern. Anders als bei den hoch-Phosphorhaltigen
Erzen blieb die Bedarfsdeckung der deutschen eisen-Erzeugenden
Industrie mit Eisenmanganerzen und Manganerzen ohne
Schwierigkeiten. Der Verbrauch von Manganerzen mit über 30%
Mangan stellte sich‘ im Gebiete des jetzigen Reichsumfanges im Jahre
1913 auf 700 000 t, während er im Jahre 1925 250000 % betrug, hauptsächlich
infolge der erhöhten Schrottverwendung. Dementsprechend ist
die Einfuhr von Manganerzen zurückgegangen. Im alten Reichsgebiet
betrug sie im Durchschnitt der Jahre 1909/1913 noch rund 500 000 t, im
Jahre 1925 nur noch 200 000 t. Ein verhältnismäßig hoher Anteil des
deutschen Bedarfs an Manganträgern kann durch die einheimische Erzförderung
gedeckt werden, so kann das Siegerland. dessen Erz auf-|*