Full text: Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

zeugung, den Vertrieb, die Preise und die erste Veredelung 
gleichartiger Mineralprodukte beherrschen, wofür in den 
Berggesetzen meist jede formale Regelung fehlt. 
Der Wunsch nach Befreiung von der Fesse]l des Rohstoff- 
lieferanten oder der Zwang zur selbständigen Weiterverarbei- 
tung führen zu den „gemischten Werken“, zu großen Fusi- 
onen, zu vertikalen Trusts, für welche bloße Berggesetze 
erst recht nicht ausreichen. 
Durch Zunahme überseeischer Beziehungen, durch auslän- 
dische Konsumenteninteressen und Geldkräfte entstehen in- 
ternationale, ja diplomatische Spannungen, deren zollpoli- 
tischer Ausgleich auf dem Wege der Handelsverträge 
immer schwieriger, mindestens immer verwickelter 
wird. 
An diese ersten Wirkungen, die wir allenthalben erleben, werden 
sich aber andere anschließen, deren Darstellung wir versuchen 
müssen, wenn wir mögliche Vorbeugungsmittel rechtzeitig er- 
kennen und vorbereiten wollen. Solche künftige Wirkungen 
verpaßter lagerstättenpolitischer Gelegenheiten werden oder kön- 
nen sein: 
(. Einheimische Lagerstätten gehen in staatlich oder national- 
syndikatlich unkontrollierbare Hände über. 
z. Die Geschlossenheit und damit die Macht und das Ansehen 
einheimischer Syndikate wird gebrochen. 
3. Nach wohl zeitweise möglicher, jedenfalls aber vorübergehen- 
der Verbilligung gewisser Mineralrohstoffe tritt infolge inter- 
nationaler oder fremder Monopole Verteuerung ein zum 
Schaden der übrigen Industrien, deren Wettbewerb auf dem 
Weltmarkt damit gebrochen ist, 
4. Mit der Industrie sinkt die übrige Macht und Kraft, auch 
die Wehrkraft des Staates, der damit immer schneller auch 
in anderer Beziehung in Abhängigkeit gerät, seine über- 
seeischen Absatzgebiete verliert und schließlich nicht mehr 
seine Einwohner beschäftigen und ernähren kann. 
3. Auswanderung, Rückgang der Bevölkerung, nationaler Ver- 
fall und Abhängigkeit also sind die schließlichen Folgen. 
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